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Hannover: 50.000 Menschen müssen Häuser verlassen

Bombenräumung Hannover: 50.000 Menschen müssen Häuser verlassen

Bei einer der größten Evakuierungsaktionen nach 1945 müssen 50.000 Hannoveraner ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Am Sonntag sollen bis zu fünf alte Sprengkörper entschärft werden. Die Bombenräumung sorgt auch im Ausland für Aufsehen.

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Auf diesem Gelände in Hannover-Vahrenwald werden mehrere Blindgänger vermutet.
 

Quelle: dpa

Hannover. In Hannover laufen die Vorbereitungen für eine der größten Evakuierungsaktionen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Wegen eines möglichen Bombenfundes müssen am Sonntag rund 50.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen – fünf Weltkriegs-Blindgänger werden auf einem Baugelände in Hannover vermutet. Bereits am Freitag mussten erste Bewohner von Alten- und Pflegeheimen vorübergehend umziehen.

Die Evakuierung der dicht besiedelten Umgebung im Herzen der Stadt soll am Sonntag um 09.00 Uhr beginnen. Voraussichtlich am frühen Nachmittag soll mit dem Bergen und Entschärfen der vermuteten Bomben begonnen werden. Die Aktion kann bis in den Abend dauern.

Bahnverkehr betroffen

Eine größere Aktion gab es bisher nur in Augsburg: Dort waren im Dezember vergangenen Jahres 54.000 Menschen von einer Bombenentschärfung betroffen gewesen.

Wegen der Bombenentschärfung müssen sich auch Bahnreisende am Sonntag auf Behinderungen einstellen. Betroffen sind nicht nur Reisende mit Fahrtziel Hannover, sondern insbesondere auch in Hannover umsteigende Fernreisende. Praktisch alle über Hannover fahrenden IC- und ICE-Züge steuern zwar wie gewohnt ihr Ziel an, halten vielfach ab dem frühen Nachmittag aber nicht mehr im Hauptbahnhof.

Stattdessen gibt es Ersatzhalte in Wolfsburg, Lehrte, Wunstorf und Hannover Messe/Laatzen. Oft müssen Reisende sich auf einen zusätzlichen Umstieg und längere Fahrzeiten einrichten.

Die Bombenräumung ist auch Thema in internationalen Medien

Die Bombenräumung ist auch Thema in internationalen Medien.

Quelle: dpa/Twitter

Die Bombenräumung ist auch Thema in internationalen Medien

Die Bombenräumung in Hannover sorgt auch im Ausland für Aufsehen: Zuerst berichtete die britische Onlineausgabe der Tageszeitung The Daily Telegraph von der Evakuierung. Die Überschrift: „German authorities prepare to evacuate tenth of Hannover’s population to defuse WW2 bombs“ (Behörden rüsten sich für die Evakuierung eines Zehntels der hannoverschen Bevölkerung, um eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen). Dabei wird auch auf die Bombardierung Hannovers am 9. Oktober 1943 eingegangen. 1245 Menschen kamen ums Leben, allein in dieser Nacht warfen 430 Flugzeuge rund 3000 Spreng- und 230.000 Stabbrandbomben über der Stadt ab.

Auch die BBC geht auf ihrer Homepage auf die Evakuierung ein: „50,000 face evacuation in Hannover over World War Two bombs“ heißt es – „50.000 Menschen stehen wegen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg vor Evakuierung“. Im Text wird auch das Kulturangebot erwähnt, das Menschen, die ihre Wohnung verlassen müssen, Am Sonntag in Anspruch nehmen können. Bei Twitter wird die BBC-Meldung eifrig verbreitet.

Sogar in Neuseeland wird berichtet: The New Zealand Herald schreibt über die Evakuierungsmaßnahmen in Hannover. Auch im entfernten Indonesien berichtet die Seite Sindo News aus der Hauptstadt Jakarta. Dort wird auch erwähnt, dass die größte Bombenräumung der Nachkriegsgeschichte 2016 in Augsburg stattfand.

Das spanische Onlineportal Libertad Digital schreibt, dass 13 Verdachtspunkte auf Weltkriegsbomben gefunden wurden. Der Bericht ist allerdings ebenso wenig auf dem neusten Stand wie die Meldung von RTL Belgium: Dort ist sogar von 13 Weltkriegsbomben die Rede - allerdings gehen die Sprengmeister derzeit nur noch noch fünf gesicherten Verdachtspunkten aus. Ob sich dort wirklich Bomben befinden, wird es am Sonntag sicher feststehen.

Von RND/dpa/HAZ/man

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