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Panorama „Herwart“ kostet vier Menschen das Leben
Nachrichten Panorama „Herwart“ kostet vier Menschen das Leben
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19:24 30.10.2017
Eine Straße völlig überspülte Straße in Stettin (Polen). Quelle: dpa
Schwerin/Rostock/Wolgast

Einen Tag nach Sturmtief „Herwart“ wird das Ausmaß der Schäden in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar. Ein 61-jähriger Jäger aus dem Emsland wurde am Montagvormittag in Prangendorf (Landkreis Rostock) tot aufgefunden worden. Nach Angaben der Polizei lag er unter einem umgestürzten Hochsitz. Die Situation am Fundort weise darauf hin, dass der Hochsitz durch Sturm „Herwart“ umstürzte und dabei den Mann unter sich begrub. Damit wäre der Jäger das vierte Todesopfer des Herbststurms in Deutschland.

Die Stadtverwaltung Schwerin sperrte am Montag bis auf weiteres den Waldfriedhof, nachdem der Sturm am Sonntag dort mehr als 50 Bäume umgerissen hatte. „Wir sorgen zunächst einmal dafür, dass die Wege wieder begehbar sind“, sagte der stellvertretende Werkleiter des stadtwirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebs SDS, Axel Klabe, am Montag. In manchen Baumkronen hingen noch große abgebrochene Äste, die herunterstürzen könnten. „Manche Bäume stehen schräg und können jederzeit umfallen. Es besteht Lebensgefahr.“ Die geplanten Beerdigungen sollen aber stattfinden.

Tote, Verletzte und erhebliche Schäden hat das Sturmtief „Herwart“ am Wochenende in Europa hinterlassen. Vor allem in Norddeutschland wütet das Sturmtief.

Nach dem Bootsunglück im Sturm auf der Peene mit mindestens zwei Toten hat die Suche nach dem dritten Bootsinsassen bis Montagnachmittag keinen Erfolg gebracht. Der Hubschrauber wurde abgezogen, wie ein Polizeisprecher sagte. Es gebe kaum noch Hoffnung, den 48-jährigen Urlauber lebend zu finden. Die Sachsen waren am Sonntag trotz Warnung vor Sturmtief „Herwart“ mit einem kleinen Motorboot auf den aufgewühlten Peenestrom hinausgefahren und gekentert. Zwei Personen konnten zunächst wiederbelebt werden, starben aber später im Krankenhaus.

In der Nacht zum Sonntag hatte eine Sturmflut ein Brüderpaar am Jadebusen überrascht. Die beiden 59 und 63 Jahre alten Brüder aus Nordrhein-Westfalen hatten versucht, sich zu Fuß vor den Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Der jüngere konnte sich noch an einem Mast festklammern und wurde von einem DLRG-Schlauchboot gerettet, der ältere konnte nur noch tot aus der Nordsee geborgen werden.

Von Iris Leithold, dpa/RND

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