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Panorama Hunderte Tote bei schwerem Erdbeben in Mexiko-Stadt
Nachrichten Panorama Hunderte Tote bei schwerem Erdbeben in Mexiko-Stadt
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10:08 20.09.2017
Die Stärke des Erbebens wurde mit 7,1 angegeben. Quelle: AP
Mexiko-Stadt

Genau am Jahrestag des schweren Erdbebens von 1985 ist die Millionenmetropole Mexiko-Stadt erneut von einem heftigen Beben erschüttert worden. Die Stärke wurde mit 7,1 angegeben, wie das Seismologische Institut am Dienstag mitteilte. Mindestens 248 Menschen sind ums Leben gekommen, darunter auch 19 Schulkinder. Einen Augenzeugenbericht aus Mexiko-Stadt lesen Sie hier.

Ausnahmezustand in Mexiko-Stadt: Dutzende Menschen sind bei einem Erdbeben der Stärke 7,1 in Mexiko ums Leben gekommen – darunter auch zahlreiche Kinder.

Dem offiziellen Twitter-Konto des Behördenchefs Luis Felipe Puente zufolge gab es in der Hauptstadt 117 bestätigte Todesfälle und südlich davon im Bundesstaat Morelos 72. Im Staat Puebla, wo sich das Zentrum des Bebens befand, starben 43 Menschen. Zwölf Menschen kamen im Staat México ums Leben, drei weitere in Guerrero und ein Mensch in Oaxaca.

Das Zentrum des Bebens lag bei Axochiapan im Bundesstaat Morelos, nur 160 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt, einer der größten Städte der Welt. Im Großraum der Hauptstadt leben rund 20 Millionen Menschen.

Rauchschwaden und herunterstürzende Gebäudeteile waren auf Bildern zu sehen, die Situation war zunächst völlig unübersichtlich. Bei einem der schwersten Beben in der Geschichte Mexikos waren vor genau 32 Jahren fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen, damals wurde besonders Mexiko-Stadt stark getroffen. Zwei Stunden vor dem erneuten Beben hatte es noch eine große Katstrophensimulation mit Evakuierungen, um das Verhalten für den Fall eines erneuten Erdbebens zu trainieren.

Der Katastrophenalarm für den gesamten Großraum wurde ausgelöst

Ein Reporter berichtete von stark schwankenden Gebäuden in der Hauptstadt und Gasgeruch. Tausende verängstigte Menschen seien auf die Straßen und Plätze geflüchtet. Das Telefonnetz brach zusammen. Neben zerstörten Krankenhäusern mussten auch zwei Gefängnisse im Bundesstaat Puebla evakuiert werden. Das teilte der Gouverneur von Puebla, José Antonio Gali, mit. Es handele sich dabei um Gefängnisse in Izúcar de Matamoros und Atlixco. Die Gefangenen sollen in eine Einrichtung rund 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt verlegt werden - inmitten des Erdbeben-Chaos musste dafür ein streng gesicherter Konvoi organisiert werden.

Innenminister Miguel Osorio Chong rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen des Zivilschutzes Folge zu leisten. Präsident Enrique Peña Nieto berief am Dienstagmittag (Ortszeit) eine Sitzung des nationalen Notfallrats ein, „um die Situation zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen“, wie er bei Twitter mitteilte. Nieto ordnete außerdem die Evakuierung beschädigter Krankenhäuser an.

Der Katastrophenalarm für den gesamten Großraum wurde ausgelöst. Puente, warnte die Menschen am Dienstagmittag davor, Aufzüge zu benutzen und forderte, keine Gerüchte zu verbreiten. Augenzeugen berichteten von schweren Schäden und eingestürzten Gebäuden.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen

Der Internationale Flughafen cancelte vorerst alle Flüge. Die Universität von Mexiko-Stadt teilte via Twitter mit, dass alle Kurse und Veranstaltungen bis auf Weiteres ausfallen, um die Gebäude auf Schäden zu untersuchen. Auch in Schulen soll der Unterricht vorerst ausfallen.

Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen umgekommen, dabei lag das Zentrum aber im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren. Danach gab es weit über tausend Nachbeben.

Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,2 hat Mexiko erschüttert. Inzwischen haben Experten erste Tsunami-Wellen vor der Südküste bestätigt. Die Naturkatastrophe kostete mindestens fünf Menschen das Leben.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen.Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu schweren Erschütterungen, die das Land bedrohen.

Von dpa/RND