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„Ich bin vom Leben verwöhnt worden“

Julia Roberts wird 50 „Ich bin vom Leben verwöhnt worden“

Artig und ein bisschen unaufrichtig bedankt sich Julia Roberts für den Blumenstrauß. Ihr runder Geburtstag liegt eine Woche zurück als wir uns im Londoner Langham Hotel treffen. “Pretty Woman” war vor einem Vierteljahrhundert, ihr Lachen ist so strahlend-frisch wie damals.

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Am 28. Oktober feierte Julia Roberts ihren 50. Geburtstag.

Quelle: dpa

London.  

Frau Roberts, wie war die Geburtstagsfeier?

Im Familienkreis, keine große Sache. Im letzten Jahr habe ich mich gut gefühlt und im nächsten wird das sich genau so sein. Damit wir uns nicht missverstehen, ich habe mich über die Blumen gefreut.

Hat es Wundervolles in Ihrem Leben gegeben?

Ich bin so vom Leben verwöhnt worden. Verwöhnt worden mit den Eltern, die ich habe, mit meinen Geschwistern und mit meinen Mann und meinen Kindern. Nicht zu vergessen mit einem Beruf, von dem man als Kind träumt.

Zu “Pretty Woman”-Zeiten schwärmte alle Welt: “Julia ist so süß”. Ist das auch für eine Frau von 50 noch ein Kompliment?

Ja! Aber ich würde lieber “hinreißend” hören.

In Ihrem neuen Film “Wunder” (ab 25. Januar in den Kinos) sind Sie die Mutter eines Kindes, das wegen seines Aussehens gemobbt wird. Kennen Sie das aus Ihrer Jugend?

Sind wir nicht alle mal gemobbt worden?

Erinnern Sie sich noch aus welchem Grund?

Ja. Aber ich sag’s Ihnen nicht.

Die Jugend ist eine Phase der Unsicherheit. Eine Phase, in der wir von unseren Eltern seelisch aufgebaut wurden, damit wir uns als etwas Besonderes fühlten. Wie war das bei Ihnen?

Danke, dass sie meine Kindheit als so idyllisch beschreiben. Als ich aufgewachsen bin,war das anders. Da gab es keine Gespräche über Gefühle.

Warum nicht?

Meine Mutter war berufstätig, Vollzeit. Und zu Hause musste sie sich um viele Menschen kümmern. Da war keine Zeit für tiefgreifende Konversation.

Und heutzutage?

Da genießen wir den Luxus eines langen Abendessens im Familienkreis, wo viele Themen aufkommen. Negativ und positiv. Bis jetzt hat es aber noch nichts gegeben, wo es hieß: “Mama, Papa, ich muss mit euch über etwas sprechen”. Man muss seine Kids nur wissen lassen, dass sie sich alles von der Seele reden können.

Dann brauchen Sie nicht auf Facebook zu gehen. Sind Sie auf Social Media vertreten?

Ich shoppe online, aber statt Emails schreibe ich lieber Briefe.

Ihre Zwillinge Hazel und Phinnaeus werden in ein paar Wochen 13 und dann Teenager sein. Wird das Ihr Leben...

Ich lasse mich nicht verängstigen.

Sie waren auch noch fast ein Teenager als Ihre Karriere begann. Haben Sie damals Angst gehabt, dass Sie es nicht schaffen würden?

Ich habe nie an meinem Erfolg gezweifelt (Augenzwinkern). Nicht einen Moment. Ich weiss nicht, irgendwie hatte ich eine innere Ruhe. Die innere Stimme hat gesagt “Du wirst deinen Weg finden”.

Und Sie haben offenbar den Weg gefunden, die Karriere mit den Ansprüchen, die an eine Mutter gestellt werden, zu vereinigen.

Ich bin keine großartige Repräsentantin dieser Gruppe von Frauen, die das schafft. Ich habe einen Job, in dem die Arbeitszeit flexibel ist und ich kann meine Kids mitbringen. Ich bin gerne zu Hause. Ich finde es toll, Frühstück, Mittagessen und Abendessen zuzubereiten.

Und nach dem Dinner Fernsehen?

Wir versammeln uns auf unserem Riesensofa vor dem Riesenfernseher.

Und was guckt man?

Fussball. Eine Menge.

Julia Roberts steht am 5

Julia Roberts steht am 5. November vor dem Spiel zwischen dem FC Chelsea und Manchester United im Stamford Bridge Stadion.

Quelle: dpa

Lieblingsmannschaft?

Manchester United.

Grosse Frage. Wie fühlt sich das an, Julia Roberts zu sein?

So wie immer (lacht). Ich weiss nicht. Man sollte nicht zu viel Zeit damit verbringen, über sich selbst nachzudenken. Es gibt so viele Menschen auf der Welt, an die man denken sollte.

Letzte Frage. Aktuelle Frage. Hat es Sie überrascht, was in den letzten Wochen an sexuellen Skandalen in Hollywood herausgekommen ist?

Es ist schockierend und schlimm. Gott sei Dank habe ich so etwas selbst nicht erlebt.

Von Dierk Sindermann

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