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16:43 22.09.2017
Flaschensammler gehören mittlerweile zum Stadtbild in Deutschland dazu. Viele ältere Menschen bessern sich so ihre kleinen Renten auf. Quelle: Foto: dpa
München

Sie gehören in deutschen Metropolen mittlerweile zum Stadtbild dazu: Menschen, die Mülleimer nach Pfandflaschen durchsuchen. Es sind aber nicht nur Obdachlose, die sich auf diese Weise etwas Geld verdienen wollen. Auch immer mehr Senioren bessern sich mit dem Flaschenpfand ihre Rente etwas auf. So geht es auch Anna Leeb aus München. Die 76-Jährige durchsuchte in der Vergangenheit häufig die Müllbehälter am Hauptbahnhof der bayrischen Landeshauptstadt. Damit verstieß die Rentnerin aber gegen die Hausordnung der Deutschen Bahn. Und weil Sicherheitsmitarbeiter sie mehrfach erwischten, obwohl sie bereits Hausverbot hatte, wurde Leeb zur Kasse gebeten: Laut Staatsanwaltschaft München wurde die 76-Jährige zu einmal 500 Euro und einmal 450 Euro Geldstrafe verurteilt. Demnach konnten Leeb 20 Fälle des Hausfriedensbruchs nachgewiesen werden.

Für Leeb ist das viel Geld. Das weiß auch Felix Kreuzer. Er ist Vorsitzender des Vereins Biloxi, der in München die Straßenzeitung „Charity München“ herausgibt. Auch die Rentnerin verkauft die Zeitschrift in der Innenstadt – und ist Kreuzer zufolge eine der Fleißigsten. Als er aus der Zeitung von dem Schicksal der 76-Jährigen erfährt, will er wie viele andere Menschen auch der Frau helfen und startet eine Spendenaktion. „Frau Leeb liegt mir sehr am Herzen. Sie ist ein ganz einfacher Mensch und hat wirklich kein Geld“, sagt er. Alles, was sie mit dem Pfandsammeln und dem Verkauf der Straßenzeitung verdiene, gebe die gehbehinderte Frau für ihren Enkelsohn aus. Für die Deutsche Bahn ist der Fall der Rentnerin keine gute Publicity. Hätte man hier nicht Milde walten lassen können? „Die Bahn bedauert, dass sich die Situation um die betroffene Rentnerin so zugespitzt hat“, heißt es in einer Stellungnahme. Das Durchsuchen von Abfallbehältern sei laut Hausordnung bundesweit nicht gestattet. „Wir wollen in den nächsten Tagen auf die Rentnerin zugehen und den persönlichen Dialog mit ihr suchen.“

Mittlerweile ist schon einiges für Leeb zusammengekommen: Rund 1500 Euro seien Kreuzer zufolge bisher auf dem Spendenkonto Eingegangen. Und er ist nicht der einzige, der sammelt. Auf der Plattform change.org gibt es sogar eine Petition für die Aufhebung des Bußgeldes. Von all der Hilfsbereitschaft ist Anna Leeb „total begeistert und dankbar“, wie Kreuzer berichtet. Und je nachdem, wie viel Geld zusammenkommt, muss Frau Leeb erst einmal keine Flaschen mehr sammeln.

Von Isabell Rollenhagen/RND

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