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Panorama Kampf der Giganten
Nachrichten Panorama Kampf der Giganten
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07:00 10.10.2017
Das US-amerikanische Modell von Megabots hat einen Pistolenarm und Platz für zwei Piloten im Cockpit.
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Tokio

Wer einmal in Tokio war und etwas für Technik übrighat, der wird schon vor diesem Riesenroboter gestanden sein. Japan-Touristen kennen ihn. „Gundam“ heißt er, benannt nach dem gleichnamigen japanischen Anime-Zeichentrick-Universum. Er ragt direkt vor einem achtstöckigen Einkaufszentrum in die Höhe und lässt dieses aus der Nähe fast klein wirken. Wenn man zum Kopf dieses Giganten aufschaut, stellt sich einem die Frage: Wie wäre das wohl, diesen Giganten zum Leben zu erwecken?“

Mittlerweile ist das kein Traum mehr. Im September fand an einem geheimen Ort zu einer geheimen Zeit ein Kampf zwischen zwei durch Menschen gesteuerte Roboter statt. Das Video davon soll in Kürze online zu sehen sein. Die Kontrahenten sind der US-amerikanische Roboterbauer Megabots und der japanische Konstrukteur Suidobashi Heavy Industries. Beide Unternehmen sind spezialisiert auf den Bau von Androiden, mit denen sie eines Tages regelmäßige Turniere organisieren wollen, vielleicht sogar eine Liga gründen.

Im Cockpit von Megabot finden zwei Piloten Platz. Quelle: Megabots

Die Herausforderung zum Duell ging vor zwei Jahren von den USA aus: „Suidobashi, wir haben einen riesigen Roboter, ihr habt einen riesigen Roboter. Ihr wisst, was jetzt passieren muss. Wir fordern euch zu einem Duell heraus.“ Kogoro Kurata, Chef von Suidobashi Heavy Industries, stieg ein. „Irgendwas in großen Dimensionen bauen und Gewehre ranstecken. Typisch amerikanisch.“ Er könne das nicht nur besser, er werde auch die nationale Ehre verteidigen. „Riesenroboter sind eine Sache aus Japan. Dieses Match dürfen wir nicht verlieren.“ Die einzige Bedingung von Kogoro Kurata für die Schlacht: Der Kampf müsste im Mêlée-Stil geführt werden, was so viel wie Nahkampf heißt. Also ohne irgendwelche einengenden Regeln.

Keiner wusste, auf was er sich einlässt

Die größte Herausforderung bei dem Kampf: beide Hersteller wussten nicht so recht, worauf sie sich bei ihrem Gegenüber eigentlich vorbereiten sollen. Es kursierten zwar seit Langem einige Videos, aber über den japanischen Roboter Kuratas war bisher nur bekannt, dass er 13 Fuß hoch ist, auf Rollen fährt und eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Stundenkilometern erreicht. Durch eine eigens entwickelte Software kann man vom in der Mitte befindlichen Cockpit aus Torso und die Arme steuern. Der Motor tankt Diesel. Dazu kamen noch etliche ausgefeilte Waffen- und Trackingsysteme.

Das japanische Modell Kuratas ist 13 Fuß hoch und fährt auf Rollen. Quelle: AFP

Der Schöpfer von Kuratas ist der Sohn eines Schmiedes. Er wuchs bei seinem Vater auf, der Samuraischwerter herstellte. Bis heute hat der junge Mann kein Ingenieurstudium absolviert. „Ich habe mir alles von anderen abgeguckt, von meinem Vater zum Beispiel. Erfahrung ist der beste Lehrer“, sagt Kogoro Kurata. Immerhin hat er mittlerweile einiges an Erfahrung. Im Jahr 2012 erfüllte er sich seinen Traum, als sein Kampfroboterprototyp KR01 selbstständig stehen, seine Arme heben und zuschlagen konnte. Zwar war KR01s übermenschliche Größe beeindruckend. „Aber der nächste Schritt wäre doch, in das Ding einsteigen zu können.“ Aus einem Cockpit zu steuern. Das wurde zum nächsten großen Projekt von Kogoro Kurata. Als Vorlage dienten die bekannten Science-Fiction-Anime wie „Gundam“ oder „Transformers“. Gut möglich, dass die Roboterkämpfe ebenfalls bald zum TV-Spektakel werden. Der Kampf zwischen Kuratas und Megabot wurde zur Sicherheit nicht übertragen. Wohl aus Angst vor der eigenen Courage, für den Fall, dass einer der beiden am Ende doch noch schwächlich wirkt. Nicht so wie der „Gundam“-Gigant vor dem Shoppingcenter in Tokio, der seine Stärke nie in der Realität unter Beweis stellen musste.

Von Felix Lill/RND

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