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Panorama Kundin verbietet Metzger, sie beim Namen zu nennen – aus Datenschutzgründen
Nachrichten Panorama Kundin verbietet Metzger, sie beim Namen zu nennen – aus Datenschutzgründen
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15:53 10.12.2018
Beim Wurstkaufen möchte eine Bayerin lieber anonym bleiben. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Wolnzach

Wie sie heiße, das gehe die anderen Leute gar nichts an, sagte eine Kundin in einer Metzgerei in Bayern zur Verkäuferin – und verbot der Mitarbeiterin, sie mit Nachnamen anzusprechen. Es gelte schließlich die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die Angestellte sowie weitere Kunden blieben recht sprachlos zurück.

Zugetragen hat sich der Fall, der hohe Wellen schlägt, im bayerischen Wolnzach, zuerst berichtete der Pfaffenhofener Kurier. Nikolaus Schuster, der Vorsitzende des Gewerbeverbands Wolnzach, zweifelt nicht daran, dass sich der Vorfall tatsächlich so zugetragen hat. Die Quelle, sagt er, sei seriös. „Es gab schon immer Kunden, die lieber anonym bleiben wollten, daher ist die Sache an sich nicht neu. Allerdings wurde dabei noch nie auf den Datenschutz hingewiesen“, sagte Schuster dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Persönlicher Kontakt als Vorteil des Einzelhandels

Inzwischen hätten ihn auch andere Geschäftsleute angesprochen, sagte Schuster dem RND. „Aber wir sind uns alle einig: Wir bleiben dabei, Kunden möglichst persönlich anzusprechen“, sagte Schuster. Er könne solche Aussagen wie die der Kundin nicht wirklich ernst nehmen, so Schuster, „die meisten freut es, wenn man sie mit dem Namen kennt.“ Immerhin seien das auch die großen Vorteile gegenüber dem anonymen Kauf im Internet: persönlicher Kontakt und persönliche Beratung.

Es ist nicht das erste Mal, dass die seit Sommer geltende Datenschutzgrundverordnung kurios interpretiert wird. So hatte ein Eigentümerverband in Berlin seinen Mitgliedern empfohlen, Namensschilder an Klingeln zu entfernen. Klingelschilder gehören allerdings genauso wenig wie die Namensnennung beim Metzger zur automatisierten Datenverarbeitung, weshalb die DSGVO in diesen Bereichen nicht gilt.

Schuster sagte, unabhängig von dem Vorfall plane der Gewerbeverein bereits eine Mitteilung zum Datenschutz für seine Mitglieder. Darin würde auch der Kundenkontakt thematisiert.

Von RND

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