Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Panorama Lehrerin ruft zum Leben ohne Kinder auf – der Umwelt zuliebe
Nachrichten Panorama Lehrerin ruft zum Leben ohne Kinder auf – der Umwelt zuliebe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:04 13.03.2019
Die Autorin Verena Brunschweiger. Quelle: Juliane Zitzlsperger/Büchner-Verlag/dpa
Regensburg

Die Regensburger Autorin und Lehrerin Verena Brunschweiger (38) hat ihr umstrittenes Buch „Kinderfrei statt kinderlos – ein Manifest“ nach eigenen Worten „aus biografischer Betroffenheit“ geschrieben. „Ich werde seit über zehn Jahren behelligt – teilweise von wildfremden Leuten – wann ich denn jetzt endlich meiner biologischen Pflicht nachzukommen trachte“, sagte sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Das ging mir irgendwann ziemlich auf den Senkel.“

Der zweite wichtige Punkt sei die Umweltbelastung gewesen, die ein Baby bedeute. Es sei wissenschaftlich belegt, dass der Verzicht auf ein Kind sehr viel mehr für die Umwelt bringe als der Verzicht auf Fleisch oder das Fliegen. „Hier wird das ausgeklammert. Ich finde das heuchlerisch und auch falsch.“ Man könne einer Studie zufolge 58,6 Tonnen CO2 einsparen, „wenn wir nur ein Kind weniger in die Welt setzen“, hatte sie zuvor dem „Focus“ gesagt.

Unter dem Hashtag #Brunschweiger wird die Autorin angefeindet

Brunschweiger, die hauptberuflich als Gymnasiallehrerin arbeitet, hat mit ihrem gerade erschienenen Buch eine neue Debatte über das Muttersein ausgelöst. Sie bezeichnet sich als Radikalfeministin und überzeugte Nicht-Mutter. „Ich kenne tatsächlich solche sogenannten „Nur-Hausfrauen“, die in völliger Abhängigkeit von ihrem Mann leben“, sagte sie im dpa-Interview. „Die nur für Wäsche und Haushalt und Kinder zuständig sind und für nichts sonst - und die in fünf Jahren nicht einmal gelacht haben.“

Als „Herzlos-Lehrerin“ hatte die „Bild“-Zeitung die Autorin bezeichnet. Unter ihrem eigenen Hashtag #Brunschweiger wird sie in den sozialen Medien für ihre Meinung heftig angegriffen. Ein Nutzer schrieb etwa, es sei beruhigend, dass sie sich gegen Kinder entschieden habe. „Menschen wie sie sollten sich nicht vermehren.“ Andere nahmen die Lehrerin in Schutz, Frauen sein nicht nur da, um Mütter zu sein, schrieb eine Twitter-Nutzerin. Brunschweiger selbst sagte im „Focus“, dass sie Shitstorms sowieso möge. Kinderfeindlich sei sie übrigens nicht - im Gegenteil. „Ich muss sie nur nicht unbedingt selbst auf die Welt bringen.“

Von RND/dpa