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Lidl setzt Gift gegen Ratten ein

Berliner Gesundheitsamt weiß von nichts Lidl setzt Gift gegen Ratten ein

Der Lebensmitteldiscounter Lidl setzt offenbar heimlich Gift gegen Ratten ein. Einem Fernsehbericht zufolge hat das Unternehmen in einer Filiale das Rattengift nicht beim Gesundheitsamt angemeldet und damit gegen eine festgeschriebene Pflicht verstoßen.

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Diese Ratte ist zahmer als die Lidl-Plagegeister.

Quelle: Christel Köster

Berlin. Der Lebensmitteldiscounter Lidl hat einem Bericht des ARD-Magazins Kontraste zufolge Rattengift in einer Filiale eingesetzt, ohne es wie vorgeschrieben den Behörden zu melden. Reporter des Magazins hätten in einem Berliner Markt zwischen den Lebensmitteln Proben genommen, in denen ein Labor giftige Substanzen gefunden habe. Dem zuständigen Gesundheitsamt sei davon nichts bekanntgewesen, obwohl Lidl einen Ratten-Befall hätte anzeigen müssen, berichtet Kontraste. Beschäftigte in mehreren Bundesländern wurden demnach angewiesen, nur mit Handschuhen zu arbeiten und das Pulver keinesfalls einzuatmen. „Rattengift hat nichts in der Nähe von Lebensmitteln zu suchen”, sagte der Handelsexperte der Verbraucherzentrale, Armin Valet.

Das Unternehmen mit Sitz in Neckarsulm zeigte sich auf Nachfrage erstaunt über die Vorwürfe. Wenn es in einer Filiale einen Schädlingsbefall gebe, arbeite man mit namhaften und zertifizierten Schädlingsbekämpfern zusammen, teilte ein Lidl-Sprecher mit. „Hierdurch wird sichergestellt, dass sämtliche Vorschriften eingehalten und Kunden sowie Mitarbeiter nicht gefährdet werden.” Trotzdem werde man die Recherchen zum Anlass nehmen, sich „intensiv mit den relevanten Betriebsprozessen auf allen Ebenen” auseinanderzusetzen, sagte der Sprecher.

„Rattengift ist kein Indiz dafür, dass welche da sind”, erklärte der Vorsitzende vom Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller. Es könne auch vorbeugend verwendet werden - dann sei auch keine Meldung bei den zuständigen Behörden nötig. Allerdings komme es darauf an, an welchen Stellen im Verkaufsraum man das Gift auslege. „Es soll immer in Bereichen liegen, wo Kunden und Mitarbeiter nicht damit in Kontakt kommen.” Verbraucherschützer sehen dabei Versäumnisse. „Auch eine Präventivmaßnahme muss so
gestaltet werden, dass der Verbraucher geschützt ist”, sagte Valet. Er verwies auf die sogenannte Rattenbekämpfungsverordnung. „Nur Ausstreuen ohne Hinweis, das geht gar nicht”, betonte er. „Das muss in verschlossenen Boxen gemacht werden.” Andernfalls sei das Gift nicht nur für Menschen, sondern auch für Hunde im Supermarkt gefährlich.

Ungewöhnlich sind ungebetene Gäste Lebensmittekontrolleuren zufolge dort allerdings nicht. „Da, wo es etwas Fressbares gibt, gehen die Tiere hin”, sagte Müller. Die meisten
Supermärkte seien allerdings eher von Mäusen geplagt, als von Ratten. Wichtig sei es dann, die Filialen permanent auf Schädlinge zu überprüfen oder gleich mit Profis
zusammenzuarbeiten.

Lidl tut nach eigenen Angaben genau das. Man führe täglich Kontrollen durch, erklärte die Supermarktkette. Sollte es dabei Hinweise auf Mäuse, Ratten oder andere Tiere geben,
arbeite man mit professionellen Schädlingsbekämpfern zusammen. Der Discounter war in der Vergangenheit schon mehrfach in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Meistens ging es dabei aber um den Umgang mit seinen Mitarbeitern - Lidl beobachtete
seine Angestellten nicht nur mit Kameras, sondern führte auch über ihren Krankenstand genau Buch. Auch in den jüngsten Skandal um Pferdefleisch in Fertigprodukten war Lidl
verwickelt. (dpa)

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