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Prinz Harry interviewt Obama

Radio Prinz Harry interviewt Obama

Barack Obama ist froh, dass er nach seiner Amtsentlassung endlich ausschlafen kann. Das verriet der ehemalige US-Präsident in einem Interview mit dem britischen Prinzen Harry. Ob die beiden Freunde auf der royalen Hochzeit im Mai zusammen feiern können, ist noch nicht entschieden. Das Interview zum Nachhören.

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Gute Freunde: Prinz Harry hat den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama interviewt.

Quelle: AP

London. Die beiden mögen sich. Das wird in dem Gespräch zwischen Prinz Harry und Barack Obama deutlich. Sie lachen und scherzen, und der Prinz stellt dem ehemaligen US-Präsidenten in dem Interview für die BBC auch Fragen, die ein Journalist einem Politiker sonst wohl eher nicht stellen würde. Etwa, ob er Boxershorts oder enge Unterhosen trägt.

Als Mitglied der königlichen Familie dürfe Prinz Harry sich schließlich nicht zu politischen Fragen äußern, wie der 33-Jährige am Mittwoch in dem dreistündigen Nachrichtenprogramm „Today“ von BBC Radio 4 zu Beginn erklärt. Und deshalb geht es in dem gut 40-minütigen Interview vor allem um seichte Themen wie Obamas Leben nach der Präsidentschaft. „Ich wache später auf. Und es ist wunderbar, den eigenen Tag kontrollieren zu können, wie man es als Präsident nicht kann“, sagt Obama. „Ich vermisse die Arbeit an sich, weil sie faszinierend war.“

Am Tag der Amtseinführung seines Nachfolgers Donald Trump sei der 56-Jährige von seiner eigenen Gelassenheit überrascht gewesen. „Insgesamt war da eine Gelassenheit, mehr als ich erwartet hatte“, sagte Obama. Er sei damals vor allem dankbar gewesen für die Beziehung mit seiner Frau Michelle, die trotz der Herausforderungen des Amts unbeschadet geblieben sei. Die Gefühle seien aber gemischt gewesen, wegen „all der Arbeit, die noch nicht erledigt war“ und „Sorgen, wie sich das Land in die Zukunft bewegt“.

Das Interview wurde im September in Kanada aufgezeichnet. Nach Angaben von Obama und Harry, die seit Jahren befreundet sind, war es das erste des Amerikaners seit er im Januar das Präsidentenamt abgab. Zurück in London, fragte eine BBC-Journalisten den Prinzen, ob das ehemalige Präsidentenpaar zur Hochzeit mit Meghan Markle im Mai eingeladen sei. „Wir haben die Gästeliste noch nicht fertig“, antwortete Harry. Er wolle die Überraschung nicht vorher verderben und seine Verlobte habe natürlich auch ein Mitspracherecht. Die Boulevardzeitung „The Sun“ hatte zuvor angedeutet, dass die britische Regierung besorgt sei, Harry und seine Verlobte Meghan Markle könnten die Obamas einladen, aber nicht Trump.

Harry und Obama sind gute Freunde

Harry und Obama sind gute Freunde. Bei den „Invictus Games“ in Toronto haben die beiden viel Spaß gehabt.

Quelle: The Canadian Press

Der aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten war auch Thema in dem Interview – zumindest unterschwellig ging es um ihn. Als leise Kritik an Trump konnten etwas die Warnungen Obamas vor den Gefahren durch soziale Medien gedeutet werden. Die Mächtigen müssten vorsichtig sein, welche Botschaften sie bei Twitter posteten, sagte er. Soziale Medien könnten den gesellschaftlichen Diskurs verfälschen. Eine Gefahr des Internets ist aus Sicht von Obama, dass Menschen in völlig verschiedenen Realitäten leben könnten. Die Technologie müsse so gemeistert werden, dass sie zu keiner „Balkanisierung der Gesellschaft“ führe, sondern erlaube, Gemeinsamkeiten zu finden.

Harry hat nach eigenen Angaben viel Arbeit in das Interview gesteckt. Und dennoch ist der Thronfolger Nummer fünf deutlich nervöser als der routinierte und wie gewohnt gelassene Amerikaner. Der holt ab und an ziemlich weit aus, weshalb Harry seinen Gesprächspartner am Ende zu kurzen Statements ermahnt. Er gibt zwei Antwortmöglichkeiten vor – Obama muss sich entscheiden: „Michael Jordan oder LeBron James?“ „Jordan.“ „Aretha Franklin oder Tina Turner?“ „Aretha ist die Beste!“ Auf die Frage „Suits“ oder „The Good Wife“ antwortete Obama „Suits, selbstverständlich“. Schließlich spielte Meghan Markle in der Anwaltsserie die weibliche Hauptrolle. Ob er Boxershorts oder eng sitzende Unterhosen trage, wollte Obama allerdings nicht verraten.

Als Gastredakteur der BBC interviewte Harry auch seinen Vater Prinz Charles. Er schätzte den Zustand der Welt weniger positiv ein. Die Grundursachen des Klimawandels würden nicht angegangen, obwohl der Klimawandel „unsägliche Schrecken“ in verschiedenen Teilen der Welt auslöse, sagte Charles.

Von RND/iro/dpa

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