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Panorama Rettungsteams fürchten Übergriffe zu Silvester
Nachrichten Panorama Rettungsteams fürchten Übergriffe zu Silvester
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07:32 29.12.2017
Ein Rettungswagen fährt schnellen Noteinsatz. Quelle: dpa
Berlin

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DeFeuG) sorgt sich vor den Silvesterfeuerwerken zunehmend um die Gesundheit ihrer Einsatzkräfte. „Wir werden mit Raketen oder Böllern beschossen, angerempelt und bei den Angriffen am Einsatzort noch mit Smartphones gefilmt“, sagte DeFeuG-Bundesvorsitzender Ingo Schäfer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Viele Kollegen verzichten auf Anzeigen, da die Aussicht auf Erfolg eher gering sind. Wir sind da ziemlich hilflos.“ Schäfer betonte, das gefährliche Verhalten verhindere zudem den Einsatz der Feuerwehr an den Orten, an denen sie benötigt werde. „Wenn jemand in seiner brennenden Wohnung eingeschlossen ist, zählt jede Sekunde. Doch wir werden regelmäßig von alkoholisierten Gruppen daran gehindert, schnell in den Einsatz zu kommen. Da hört der Spaß auf.“

Die Berliner Feuerwehr bestätigte, dass Rettungsteams Silvester immer häufiger auf dem Weg zum oder direkt am Einsatzort „unter Beschuss“ von Partygängern geraten. Sprecher Andreas Ohlwein: „Da fallen von Jahr zu Jahr zunehmend die Hemmungen.“ Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband sagte: „In vielen Großstädten fahren die Feuerwehren an bestimmte Einsatzorte nur zusammen mit der Polizei.“ Das Bundeskriminalamt registrierte im vergangenen Jahr 1831 Straftaten gegen Rettungsdienste und Feuerwehren. Dabei ging es vor allem um Körperverletzungen oder Nötigungen. Die Fallzahlen lagen im Dezember über denen der restlichen Monate.

Der innenpolitische Sprecher der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Hakan Taș, fordert deutschlandweit ein grundsätzliches Verbot privater Feuerwerke und Knallerei nach dem Vorbild Australiens oder niederländischer Kommunen. „Wir reden das ganze Jahr über angespannte Sicherheitslagen, Gesundheitsgefährdungen, Feinstaubbelastungen oder das Tierwohl – nur am Jahresende nicht“, sagte der Innenpolitiker dem RND. Taș verwies darauf, dass in manchen Berliner Stadtteilen in der Silvesternacht „nahezu kriegsähnliche Zustände“ herrschten und sich manche Familien überhaupt nicht mehr auf die Straßen trauten. „Ein Verbot kann aber nur am Ende eines Prozesses stehen, in dem über Sinn und Unsinn der Silvesterfeuerwerke diskutiert werden sollte. Denkbar wäre auch, wie in Düsseldorf einzelne Bereiche von Städten für Feuerwerk zu sperren und an zentralen Plätzen professionelle Shows anzubieten“, so Taș.

Private Silvesterfeuerwerke sind in Australien vor allem wegen der Waldbrandgefahr im Hochsommer verboten. In Deutschland sind die Kommunen Herren des Verfahrens, Einschränkungen und Verbote gelten beispielsweise auf einigen Nordseeinseln, im niedersächsischen Goslar und in den Parks der Stadt Potsdam.

Von Thoralf Cleven/RND

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