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Panorama Sechseinhalb Jahre Haft für Ex-Rocker-Präsident
Nachrichten Panorama Sechseinhalb Jahre Haft für Ex-Rocker-Präsident
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18:31 23.01.2014
Der Präsident der Duisburger Rockergruppe Satudarah betritt den Gerichtssaal in Duisburg. Quelle: Roland Weihrauch
Duisburg

Der 38-Jährige hatte umfangreiche Drogen- und Waffengeschäfte gestanden und bei der Polizei sogar die Namen von Komplizen preisgegeben. Diesen "mutigen Schritt" honorierten die Richter am Donnerstag mit sechseinhalb Jahren Haft. Richter Mario Plein bezeichnete die Aufklärungshilfe des Angeklagten in der Urteilsbegründung als "enorm wertvoll". Der frühere Chef-Rocker des Chapters Duisburg wehrte sich unterdessen gegen den Vorwurf, ein Verräter zu sein.

Unmittelbar vor der Urteilsberatung hatte der Ex-Präsident noch einmal das Wort an seine Rocker-Kollegen gerichtet. "Die, die noch bei Satudarah sind, sollten mich zum Vorbild nehmen und auch aussteigen", sagte er in seinem letzten Wort. Dann bedankte er sich bei Polizei und Staatsanwaltschaft und beteuerte noch einmal, er sei kein Verräter. "Ich habe doch nur die Wahrheit gesagt."

Viele Mitglieder des MC Satudarah waren am dritten Verhandlungstag nicht mehr ins Duisburger Gerichtsgebäude gekommen. Nachdem der 38-Jährige am zweiten Prozesstag über seinen Verteidiger erklärt hatte, er wolle den "Rocker-Ehrenkodex" brechen, mit der Polizei kooperieren und sogar die Strukturen des Rocker-Clubs auf der Führungsebene in den Niederlanden offen legen, hatten die erschienenen Rocker gemeinsam den Saal verlassen.

In ihrem Urteil ordneten die Richter an, dass der Angeklagte einen Teil seiner Strafe in einer Drogen-Entziehungsanstalt verbüßen muss. Sollte er die Therapie erfolgreich beenden, könnte er möglicherweise schon nach Verbüßung der Hälfte der Strafe mit einer vorzeitigen Freilassung auf Bewährung rechnen, hieß es. Der 38-Jährige hatte seinen Ausstieg aus der Rockerszene mit einer lebensgefährlichen Erkrankung seines Sohnes begründet. Über mögliche Schutzmaßnahmen für ihn und seine Familie wollte sich am Donnerstag niemand offiziell äußern. "Ich hoffe aber, dass es diese geben wird, wenn sie nötig sein sollten", sagte Verteidiger Jörg Spiekermann.

Der mitangeklagte Ex-Vizepräsident des Chapters Duisburgs wurde ebenfalls wegen Drogen- und Waffendelikten zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Auch er hatte ein Geständnis abgelegt, allerdings bewusst keine Komplizen oder Hintermänner verraten.

dpa

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