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Panorama Stromausfall – Können dahinter Hacker stecken?
Nachrichten Panorama Stromausfall – Können dahinter Hacker stecken?
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16:41 16.05.2018
Die weltweite Cyber-Attacke mit der Erpressungssoftware „Wanna Cry“ im Mai 2017 erwischte auch das Informationssystem der Deutschen Bahn. Quelle: dpa
Lübeck

Es war 2016 in Kiew. Hacker drangen in die Steuerung der Stromversorgung ein und sorgten dafür, dass die Hauptstadt der Ukraine für mehr als eine Stunde komplett ohne Strom war. Zudem wurden wichtige Anlagen beschädigt oder zerstört. Doch nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat es auch in Deutschland bereits Angriff auf Energieversorger gegeben. Demnach drangen unbekannte Hacker im Sommer 2017 in das Netz einer Tochterfirma des Energieriesen ENBW ein. Die direkte Gefahr eines Stromausfalls habe zwar nicht bestanden, so die Süddeutsche – Experten nehmen aber an, dass das Eindringen in die Rechner ein Testlauf und der Beginn einer größeren Hacker-Attacke gewesen sei. Im Juli und August gab es weitere Angriffe – EnBW und die betroffene Tochter NetCom waren aber durch den Verfassungsschutz gewarnt worden.

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Nach Informationen der Süddeutschen drangen die Hacker über eine Router-Software des Herstellers Cisco ein, nachdem sie ein Mitarbeiterkonto gekapert hatten und übernahmen schließlich den Router. Danach wurden Programme eingeschleust, die Daten ausleiten konnten. Ein Schaden entstand nicht, weil Verfassungsschutz und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie das LKA Baden-Württemberg informiert waren. Obwohl der Angriff der mutmaßlich russischen Hacker abgewehrt werden konnte, war er doch ein Alarmsignal. Russische und andere Hacker, ob in krimineller Mission oder im Staatsauftrag unterwegs, nehmen zusehends infrastrukturelle Ziele in Deutschland ins Visier.

Hacker so schädigen, dass die Attacke keinen Erfolg hat

Ob Stromnetz, Krankenhäuser, Mobilfunkbetreiber oder Nah- und Fernverkehr: Deutsche Logistik-Unternehmen rüsten sich zusehends für den Cyberkrieg. In dieser Woche erst hatte der Verfassungsschutz zu einem Symposion über Cyber-Bedrohungen geladen. Vor einer bevorstehenden Sabotageaktion aus dem Ausland müsse man in der Lage sein, den Gegner so zu schädigen, dass die Attacke keinen Erfolg habe, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

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Politisch müsse diskutiert und entschieden werden, „ob wir derartige Befugnisse, wir als Sicherheitsgemeinschaft in Deutschland, bekommen“. Maaßen sprach in diesem Zusammenhang von „Hack-Back“, also einem Gegenangriff auf Eindringlinge im Datennetz, für den bislang allerdings eine rechtliche Grundlage fehlt. Dabei geht es vor allem darum, mögliche Attacken auf kritische Infrastruktur wie das Stromnetz oder die Wasserversorgung zu verhindern. In Israel, dass wegen seiner Lage mitten in feindlicher Umgebung besonders bedroht ist, sind „Hack-Backs“ und präventive Angriffe auf ausländische Hacker längst gang und gäbe.

Von RND/dk

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