Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Regen

Navigation:
Studie: Mehrere Zoos in Deutschland verstoßen gegen Tierschutz

Tiere Studie: Mehrere Zoos in Deutschland verstoßen gegen Tierschutz

Mit zweifelhaften Tiershows und mangelnder Fürsorge verstoßen laut einer Studie mehrere Zoos in Deutschland gegen den Tierschutz. Tierschutzorganisationen haben 25 Tierparks in Deutschland untersucht.

Voriger Artikel
Mindestens 61 Verletzte bei Feuer in Moskauer Metro
Nächster Artikel
Menschen fliehen vor der Flut

Tierschützer kritisieren Zoos: Im internationalen Vergleich stehe Deutschland schlecht da. Symbolbild: Christoph Schmidt

Quelle: Christoph Schmidt

Brüssel. Am Mittwoch stellten sie die Studie in Brüssel vor.

Sie fordern die Schließung der betroffenen Zoos, wenn diese die Missstände nicht abstellen. Im europäischen Vergleich stünden deutsche Tierparks besonders schlecht da, erklärten die Autoren.

An der Untersuchung ist der deutsche Verein Animal Public beteiligt, die Federführung bei Tests in insgesamt zwanzig EU-Ländern hat die britische Born Free Foundation. Die Prüfer untersuchten nach Angaben der Organisationen, ob die Tierparks die europäischen Vorgaben zur Haltung von Wildtieren in Zoos einhalten. Diese sehen unter anderem artgerechte Unterbringung und Information der Öffentlichkeit über die Tiere vor.

"Wir haben erwartet, dass Deutschland eines der Länder ist, das die Vorgaben am besten einhält", sagte Daniel Turner von der Born Free Foundation. "Wir haben herausgefunden, dass es eines der schlechtesten war." Deshalb hätten die Tierschützer einen eigenen Bericht zu Deutschland erstellt. Im Vorjahr veröffentlichten sie bereits eine Übersicht zu Tierparks in zwanzig EU-Ländern. Die Daten zu Deutschland seien aus dem Jahr 2010, die Auswertung habe Zeit in Anspruch genommen, erklärte Turner. Für den Zootest seien Biologen, Zoologen und Tierärzte im Einsatz gewesen.

In einem Freizeitpark in Baden-Württemberg mussten Schimpansen nach den Beobachtungen der Tierpark-Tester in Menschenkleidung Dreirad fahren, auf einem Pony reiten und mit einer Gabel von einem Teller essen. Ein Tierpark in Niedersachsen biete gegen Bezahlung an, angeleinte Geparden zu streicheln. Der Kontakt mit Besuchern habe in einigen Zoos dazu geführt, dass die Tiere ihr Verhalten geändert hätten und um Futter bettelten. Die Tierschutz-Organisationen bemängelten, dass die Wildtiere in einigen Zoos zu Unterhaltungszwecken missbraucht würden. Vorführungen mit "zirkusähnlichen Tricks" tragen laut der Studie nicht zum Bildungsauftrag der Zoos bei.

Der deutsche Grünen-Europaabgeordnete Michael Cramer hielt die Ergebnisse für "skandalös": Die Tierparks hielten "in vielen Fällen nicht einmal die EU-Mindeststandards ein, einige Zoos arbeiten gar ohne Betriebserlaubnis", kritisierte er. "Zudem werden sie ihrem Bildungsauftrag nicht gerecht."

Der Schwabenpark wiedersprach der Studie über zweifelhafte Tiershows und mangelnde Fürsorge. "Das ist nicht mehr so", versicherte Geschäftsführer Thomas Hudelmaier am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Die Schimpansenshow gebe es noch, die kritisierten Showteile aber nicht mehr, betonte Hudelmaier. Sein Park hat 43 Schimpansen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Sollten die Geschäfte trotzdem öffnen?

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-171210-99-224527_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Aus der Traum: DHB-Frauen bei Heim-WM ausgeschieden