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Panorama Tragödie um Mädchen in Trümmern war erfunden
Nachrichten Panorama Tragödie um Mädchen in Trümmern war erfunden
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09:34 22.09.2017
Retter in Mexiko-Stadt: Empörung über Fake News. Quelle: imago/Agencia EFE
Mexiko-Stadt

Stundenlang hielt der Kampf der Retter um das Leben eines vermeintlich unter Trümmern begrabenen Mädchens das Land in Atem – bis sich herausstellte: Die Geschichte um das verschüttete Kind „Frida Sofía“ war offenbar eine Erfindung.

Rettungskräfte versuchen Tag und Nacht in Mexiko-Stadt (Mexiko) Menschen lebend zu bergen. Die Stadt liegt teils in Trümmern. Die Bilder vom Unglücksort.

„Wir glauben nicht, wir wissen, dass das nicht die Realität war“, sagte Ángel Enrique Sarmiento von der mexikanischen Marine. Es hätte nie Anhaltspunkte zu den Berichten über das Mädchen gegeben. Rundfunk und Fernsehen berichteten die ganze Nacht über die fieberhafte Arbeit der Helfer, die Trümmer in Eimern wegtrugen, um an das Mädchen namens „Frida Sofía“ heranzukommen, das vermeintlich unter den Überresten einer Schule in Mexiko-Stadt entdeckt wurde.

Präsident Peña Nieto: „Jede Minute zählt, um Leben zu retten“

Filmaufnahmen, die angeblich eine Fingerbewegung des Kindes zeigten, hatten Tausenden Helfern Mut gemacht, die in Mexiko-Stadt und benachbarten Staaten des Landes nach Überlebenden suchten. Auch Retter berichteten davon, die Fingerbewegung gesehen zu haben.

Sarmiento sagte, es sei eine Kamera in die Trümmer der Enrique-Rebsamen-Schule herabgelassen worden. Bilder zeigten Blutspuren, die offenbar von einer Person stammten, die sich verletzt über den Boden gezogen hatte. Mehr wurde jedoch nicht gefunden. Die Retter suchten mit einem Wärmescanner nach möglichen Überlebenden. Kurz vor Morgengrauen mussten sie jedoch die Flucht ergreifen, weil der Trümmerberg schwankte.

Schnell wurde online Kritik an Fake News über den Vorfall laut: Die Berichterstattung über das Kind hatte dazu geführt, dass Rettungsgeräte zu der Schule gebracht wurden. Es war nicht klar, ob dadurch andere Einsätze beeinflusst wurden.

Aus einem zusammengebrochenen Bürogebäude im Stadtzentrum waren am Mittwochabend zwei Frauen und ein Mann lebend befreit worden – fast 36 Stunden nach den Erdstößen. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto sagte, jede Minute zähle, um Leben zu retten.

Das Erdbeben hatte die Hauptstadt und ihre Umgebung am Dienstag erschüttert. Die Zahl der Toten ist auf 273 gestiegen. 137 Menschen seien bei dem Beben der Stärke 7,1 in Mexiko-Stadt ums Leben gekommen, teilte das Büro des Präsidenten mit. 73 Menschen seien demnach im Staat Morelos getötet worden, 43 weitere kamen in Puebla ums Leben. Zudem seien 13 Menschen im Staat México, sechs in Guerrero und ein Mensch in Oaxaca gestorben.

Von RND/dpa