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Panorama Weihnachten ohne Baum? Fichten und Tannen vertrocknen
Nachrichten Panorama Weihnachten ohne Baum? Fichten und Tannen vertrocknen
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10:29 02.08.2018
Die neu gepflanzten Weihnachtsbäume sind vertrocknet. Quelle: Robert Niemeyer/Friso Gentsch/dpa
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Marlow/Karlsburg

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum? Sicherlich nur halb so schön. Doch wegen der andauernden Hitze könnte es bei den Weihnachtsbaumanbietern in Vorpommern in diesem Jahr zu einem Engpass kommen. Das berichtet die „Ostsee-Zeitung“. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit leiden auf den Plantagen in der Region die Tannenbäume. Vor allem die Neuanpflanzungen sind nahezu vollständig vertrocknet. Mittlerweile lassen auch schon die ersten Bäume, die am Ende des Jahres als Weihnachtsbäume verkauft werden sollen, die ersten Nadeln fallen.

„Es ist wirklich schlimm“, sagt Anne Wengorz, als sie ihre obligatorische Runde über die rund 130 Hektar Fläche dreht, auf denen die Ostseetanne GbR in Alt Steinhorst bei Marlow (Vorpommern-Rügen) Tannenbäume angepflanzt hat, die in ganz Vorpommern verkauft werden sollen. „Und wir können nichts tun“, sagt die 36-Jährige. Künstlich bewässern treibt die Kosten zusätzlich in die Höhe, einen Brunnen gibt es nicht.

„Wir können nur zuschauen und hoffen“

„Wir können nur zuschauen und hoffen“, sagt Benedikt Schneebecke, der Inhaber der Ostseetanne GbR. Bei den Neuanpflanzungen betrage der Verlust bereits 30 Prozent. Bei den verkaufbaren Bäumen seien bereits 15 bis 20 Prozent von ersten Schäden betroffen. „Die Nadeln sind geschädigt. Ohne Wasser werden die Bäume auch anfälliger für Insektenbefall“, sagt der 38-Jährige.

Die Bäume werden im Alter von drei Jahren auf die Plantage gepflanzt und mit etwa zehn Jahren geerntet. „Die großen Bäume sterben nicht ab. Aber mit den Schäden sind sie unverkaufbar“, sagt Scheebecke. „Wenn es in den nächsten 14 Tagen nicht ausreichend Regen gibt, droht ein Totalausfall.“ Für die junge Firma, die in den vergangenen Jahren viel investiert hat, wäre das gar existenzbedrohend, da auch die Sanddornernte der Hitze zum Opfer fällt. 60 Prozent Verlust seien es hier bereits. Der Sanddornverkauf und der Weihnachtsbaumverkauf machen fast 100 Prozent des Umsatzes des Unternehmens aus.

Etwas weiter nördlich ist die Lage offenbar noch nicht ganz so dramatisch. „Die erntefähigen Bäume sehen noch gut aus“, sagt Gerhard Lindner von der Schauer und Lindner Pflanzenschule in Wiepkenhagen, an der B105 zwischen Damgarten und Löbnitz gelegen. Gerade die Nordmanntanne als Pfahlwurzler reiche tief in den Boden. Fichten als Flachwurzler hätten es schwerer. „Aber wir haben auch Angst“, sagt Lindner. Allzu lange dürfe der üppige Regen nicht mehr auf sich warten lassen.

„Wir haben nichts von irgendwelchen Fördermaßnahmen“

Für die Neuanpflanzungen aus dem Frühjahr käme dieser jedoch zu spät. Die jungen Bäume seien ebenfalls komplett eingegangen. „Damit fehlt uns ein halbes Jahr“, sagt der 66-Jährige. Zehn Hektar werden jährlich mit neuen Bäumen bepflanzt. Insgesamt bewirtschaftet das Unternehmen 105 Hektar mit Weihnachtsbäumen.

Vor allem der Ersatz der eingegangenen, jungen Bäume sei ein wesentlicher Kostenfaktor. „Und wir haben nichts von irgendwelchen Fördermaßnahmen, wir tragen unser unternehmerisches Risiko alleine“, sagt Lindner. Der Verlust könne auch dazu führen, dass die Preise für die Bäume zumindest in den kommenden Jahren steigen könnten. In diesem Jahr erwartet er keine Preissteigerungen, da die meisten Verträge mit Großabnehmern bereits geschlossen seien.

Preise bleiben wohl stabil

Auch im Ribnitzer Stadtforst sieht es noch nicht so schlimm aus. „Die älteren Jahrgänge sind noch nicht zu schaden gekommen“, sagt Leiter Falk Fleischer. Es komme dabei auch auf den Standort und den Boden an. „Doch wenn es noch weitere vier Wochen so trocken bleibt, kann alles mögliche passieren.“ Auf sechs Hektar pflanzen Fleischer und seine Mitarbeiter Nordmanntannen, Blaufichten und gemeine Fichten für den Weihnachtsbaumverkauf an. 50 Prozent der Jungbäume aus diesem Jahr seien jedoch bereits ausgefallen.

Kultur groß genug

Die Trockenheit hat auch den kleinen Weihnachtsbäumen zugesetzt, die im Frühjahr in Karlsburg (Vorpommern-Greifswald) gepflanzt wurden. Die Lehrlinge des Forstamtes Jägerhof in Greifswald-Eldena pflanzten im Wald bei Karlsburg 600 junge Bäumchen. Sieben Jahre sollten die Bäumchen wachsen, um dann geerntet zu werden. Doch daraus wird nun nichts, wie Forstamtsleiter Torsten Hackert sagt. Dreiviertel der kleinen Pflanzen sind bereits verdorrt.

Der Forstamtsleiter beruhigt aber: „Niemand muss Sorge haben, dass es in diesem Jahr keine Weihnachtsbäume gibt. Unsere Kultur umfasst 6000 Bäume, neben der beliebten Nordmann- auch Küsten-, Edel, Colorado- und Koreatanne, dazu die gemeine und Blaufichte sowie die gemeine und Schwarzkiefer. Die älteren Bäume zeigen zwar leichte Spuren der Trockenheit, sind aber keineswegs vertrocknet. Ich gehe davon aus, dass wir im Dezember auf unserem traditionellen Weihnachtsmarkt am Forstamt wieder genügend Auswahl haben“, sagt Hackert.

Mehr Glück hat da das Forstamt Neu Pudagla auf der Insel Usedom. Wie Jannik Haefke berichtet, gebe es bislang noch keine Ausfälle. Der Verkauf sei damit abgesichert.

Von RND/Robert Niemeyer

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