Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
75 Jahre nach der Pogromnacht: Gauck gedenkt der NS-Opfer

Geschichte 75 Jahre nach der Pogromnacht: Gauck gedenkt der NS-Opfer

75 Jahre nach den antisemitischen Pogromen der Nationalsozialisten hat Bundespräsident Joachim Gauck einen stärkeren Zusammenhalt der Gesellschaft angemahnt. Menschen dürften nicht in wertvolle und weniger wertvolle Menschen eingeteilt werden, sagte er am Samstag im brandenburgischen Eberswalde.

Voriger Artikel
Syrische Opposition tendiert zu Teilnahme an Friedenskonferenz
Nächster Artikel
Noch immer kein Präsident auf den Malediven

Jugendliche gedenken am Rande eines Schweigemarsches durch Berlin auf den Stufen des Berliner Domes der Opfer des Novemberpogroms 1938.

Quelle: Stephanie Pilick

Eberswalde. e. "Wir wollen ein Land sein, das offen ist."

Auf dem Platz der einstigen Synagoge in Eberswalde wurde der Gedenkort "Wachsen mit Erinnerung" übergeben. Auf dem Grundriss des Gotteshauses stehen hinter einer Mauer Bäume, die das Gebäude markieren.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 hatten Nationalsozialisten einen Großteil der mehr als 1200 Synagogen und jüdischen Gebetshäuser in Deutschland zerstört. Tausende andere jüdische Einrichtungen und Geschäfte wurden verwüstet und geplündert. Bei der Terrorwelle wurden nach Einschätzung von Historikern mehr als 1300 Menschen getötet und mehr als 30 000 Juden in Konzentrationslager verschleppt. Die Pogromnacht gilt als Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

Der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, erinnerte daran, dass Rechtspopulisten in Europa wachsenden Zulauf hätten. "Es ist kalt geworden in unserer Gesellschaft", sagte er. Kramer rief die Politiker auf, in ihrem Handeln nicht nachzulassen. "Gebraucht wird ein Asylgesetz, das seinen Namen verdient."

Gauck betonte, die Zukunft könne nur gemeinsam gestaltet werden. Das sei besonders wichtig, wenn es darum gehe, sich jenen entgegenzustellen, die Werte und Verfassung infrage stellten.

In Berlin gedachten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sowie der evangelische Landesbischof Markus Dröge und der katholische Erzbischof Rainer Maria Woelki der Opfer des Nationalsozialismus. Sie gingen bei einem Schweigemarsch zum Gelände der Synagoge in Berlin-Mitte. Das Gebäude war am 9. November 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesetzt worden. In ihrem Grußworten warnten Wowereit und die Bischöfe vor Antisemitismus und Rassismus.

Prominente wie der Moderator Günther Jauch (57) und der Sänger Max Raabe (50) würdigten mit einer besonderen Aktion die in der Stadt gelegten "Stolpersteine". Diese erinnern an einzelne NS-Opfer. "Ein ganz wunderbares Projekt", sagte Jauch über die kleinen Gedenktafeln.

"Das ist das gute an diesen Steinen: Egal, wer da vorbeikommt, egal, wann man da vorbeikommt, die sind immer da und künden immer vom jüdischen Leben in Deutschland und künden von dem großen Verbrechen, das damals verübt wurde", sagte Jauch. Er selbst griff zu Putzmittel und Lappen. Berlins Kulturstaatssekretär Andre Schmitz sagte, die "Stolpersteine" erinnerten an Einzelschicksale und zeigten auch das Ausmaß der Verfolgung.

Auch in vielen anderen Städten Deutschlands erinnerten die Menschen an die Pogromnacht vor 75 Jahren. In Hamburg stellten die Bewohner des Grindelviertels Hunderte Kerzen neben die Stolpersteine, die vor den Häusern auf die ehemaligen jüdischen Bewohner in diesem Viertel hinweisen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
4db503f2-8368-11e7-8a9d-ecf16cf845db
Auto-Anschlag in Barcelona

Attentäter sind mit einem weißen Van in eine Menschenmenge in Barcelona gerast. Sie töteten mindestens 13 Menschen, mehr als 30 sind verletzt worden. Die Terroristen sind auf der Flucht. Sehen Sie hier die Bilder vom Anschlagsort.

Wird in Pritzwalk genug für die Ortsteile getan?

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr