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AfD-Fraktion beschäftigt mindestens 27 Rechtsradikale

Bundestag AfD-Fraktion beschäftigt mindestens 27 Rechtsradikale

Nazi-Netzwerk im Bundestag: Besonders die Brandenburger Abgeordneten haben in großer Zahl Kader der Identitären Bewegung eingestellt, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

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Beschäftigen Neonazis: Bundestagsabgeordnete der AfD.

Quelle: Foto: Imago

Berlin. Unter den 297 Mitarbeitern der AfD-Bundestagsabgeordneten sind mindestens 27 Rechtsradikale bis Rechtsextreme. Zu dieser Bewertung kommt die Wochenzeitung „Die Zeit“ nach Recherchen im Mitarbeiterverzeichnis der Fraktion. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB), die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Besonders aus Berlin und Brandenburg sind reihenweise aktuelle oder frühere Kader der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ im Bundestag untergekommen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie bei Aktionen der IB mitgemacht haben oder dieser nahestehen. Joel B. etwa, der sich nun Sekretär der Landesgruppe Sachsen-Anhalt nennt, und seine Mitstreiter Jörg S. und The-Hao H. gehören dazu.

Anna L. arbeitet laut „Zeit“-Recherchen im Büro des Brandenburger Abgeordneten Steffen Kotré. Auf Facebook teilt sie Bilder, die sie zusammen mit Identitären und Burschenschaftlern der Berliner schlagenden Studentenverbindung Gothia zeigen. Die Gothia in Berlin-Zehlendorf ist ein wichtiges Vernetzungszentrum gerade für den Brandenburger Landesverband.

Neonazi bei Gauland angestellt?

Prominentestes Mitglied in dieser Reihe ist Jean-Pascal Hohm. Er arbeitete in der Landtagsfraktion, der damals noch der heutige Partei- und Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland vorstand. Zeitweise fiel Hohm in Ungnade: Fotos eines Fußballspiels zeigten ihn in unmittelbarer Nähe des IB-Regionalleiters Robert Timm im Fanblock des Viertligisten Energie Cottbus. Der Fußballnachmittag in Potsdam-Babelsberg beschäftigt die Sportverbände bis heute als Skandalspiel: Aus eben diesem Block wurden volksverhetzende Parolen gerufen und der Hitlergruß gezeigt.

Hohm machte ein Praktikum bei der eng mit der IB verbandelten Bürgerinitiative „Ein Prozent“, begann dann ein Studium in Cottbus. Parallel ist er als studentische Hilfskraft beim Potsdamer Abgeordneten René Springer beschäftigt. Springer bestätigte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland Hohms Teilzeitstelle. Dessen Vergangenheit habe für ihn kein Problem dargestellt. Springer war in Potsdam Gaulands Büroleiter und gilt als Vertrauter des Fraktions-Seniors.

Bei Gauland selbst soll ein Neonazi arbeiten. Martin M., den Gauland aus Potsdam mitgebracht hat, soll sich laut „Zeit“ in der Berliner Neonazi-Szene bewegt haben. Aus Potsdam nach Berlin gewechselt war auch Felix W., der früher in der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) aktiv war. Er hat bereits im Januar gekündigt, um die höhere Verwaltungslaufbahn in Sachsen-Anhalt einzuschlagen. Vertraute berichten, es könnte bei dem Wechsel auch darum gegangen sein, den Marsch in die Institutionen der Verwaltung anzutreten.

Von RND/Jan Sternberg

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