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Nachrichten Politik AfD hetzt mit gefälschtem Foto im Internet
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14:14 23.09.2017
Perfide Fälschung: Das AfD-Motiv aus dem Internet. Quelle: Screenshot RND
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Berlin

Es passt perfekt ins (Welt-)Bild der Rechtsaußenpartei: Eine verstört dreinblickende, blonde Frau mit zerzauster Frisur – umringt von einer aufgebrachten, augenscheinlich arabisch anmutenden Männermenge. Links oben der Text: „Weißt Du noch ...? Silvester ...!“ – eine Anspielung auf die sexuellen Übergriffe der Neujahrsnacht 2015/16 in Köln. Dazu die Aufforderung, die AfD zu wählen.

Das Problem ist nur: Bis auf den volksverhetzenden Kontext ist alles an dem AfD-Plakat, dass ausschließlich online verbreitet wird, gefälscht. Die Frau ist weder verängstigt, noch steht sie umringt von Männern in Köln. Die Aufnahme der britischen Blondine, die hauptberuflich Model ist und auf den Namen Danica Thrall hört, stammt nach Recherchen von bild.de und DFRLab aus dem Jahr 2010. Der Bildhintergrund hingegen ist aus dem Jahr 2011 und bildet den Moment ab, als die amerikanische Fernsehjournalistin Lara Logan live vom Tahrirplatz im ägyptischen Kairo berichtete und dabei tatsächlich sexuell belästigt und missbraucht wurde. Logans Kopf wurde jedoch per Bildbearbeitung durch das Gesicht des Glamourmodels Thrall ersetzt.

Das ursprüngliche Foto von Danica Thrall aus dem Jahr 2010. Quelle: Screenshot RND

Nach Bild-Informationen wurde die Fälschung Anfang September in einem Forum verbreitet. Es dauerte keine zwei Wochen, bis das Hetzmotiv erstmals auf einer offiziellen AfD-Seite im Internet auftauchte – unter anderem wurde das Motiv auch vom Ex-AfD-Bundestagskandidat Thomas Matzke verbreitet. Der kommentierte das Bild mit folgenden Worten: „Liebe Wähler, erinnert Euch an den #Silvester in #Köln und viele andere #Vergewaltigungen von Frauen in #Deutschland – wählt am 24.09. #AfD+!“ Und auch andere Gliederungen der Rechtsausleger, die den Medien immer so gern die Verbreitung von Unwahrheiten unterstellen, steuerten saftige Kommentare bei: „Schluss mit #Gewalt und #Massenvergewaltigungen von Frauen in #Deutschland! Schluss mit ,#Willkommenskultur-‘ und links-rot-grünem ,#Multikulti-Wahn‘!“ oder „Zahltag für die politisch verantwortliche Merkeltruppe und alle Konsensparteien, die mitgemacht haben“.

Das Original-Standbild des US-Sender CBS aus Kairo aus dem Jahr 2011. Im Vordergrund die TV-Journalistin Lara Logan. Quelle: CBS

AfD-Sprecher Christian Lüth reagierte mit einem ebenso kurzen wie entlarvenden Satz auf den Skandal: „Hauptsache, die Message stimmt.“

Für einen ähnlich laxen Umgang mit der Realität hatte die Partei erst am 17. September gesorgt. Auf ihrer Facebookseite wurde ein Foto geteilt, das ein scheinbar völlig leeres Oktoberfest in München zeigt. Garniert war das Bild mit der Zeile „Oktoberfest: Gähnende Leere“ und der rhetorischen Frage „Feiern in einem Land, in dem man gut und gerne lebt?“ – eine plumpe Anspielung auf einen CDU-Wahlslogan. Erklärend fand sich auf der Facebook-Seite der Text „In einem Land, in dem man gut und gerne lebt, und das durch die Asylpolitik seiner Kanzlerin unter massiver Sicherheitsgefährdung leidet, gestaltet sich die Durchführung von Volksfesten seit 2015 mehr als schwierig.“ Das Problem nur: An jenem Sonntag, an dem vorgeblich gähnende Leere herrschte, verzeichnete die Wiesn einen Besucherrekord: An diesem ersten Wochenende allein gingen 100.000 Menschen mehr auf die Wiesn als zur Eröffnung 2016.

Auch diese Suggestion der AfD ist unwahr: Am ersten Oktoberfestwochenende 2017 waren 100.000 Menschen mehr auf der Wiesn als im Vorjahr. Quelle: Facebook

Von RND/Daniel Killy

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