Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
AfD will Streit beruhigen - Petry beschwört Einigkeit

Parteien AfD will Streit beruhigen - Petry beschwört Einigkeit

Die Umfragewerte im Sinkflug, kein Ende im parteiinternen Streit: schwierige Zeiten für die AfD. Die Parteiführung beschwört Einigkeit, sieht in den Differenzen aber auch Positives.

Voriger Artikel
Hendricks sperrt sich gegen Dobrindts Verkehrswegeplan
Nächster Artikel
Grün-Schwarz im Südwesten trifft Haushalts-Geheimabsprachen

AfD-Chefin Frauke Petry beschwört die Einigkeit der Partei (Archivbild).

Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Bingen. Weniger streiten, aber interne Differenzen anerkennen: AfD-Chefin Frauke Petry hat versucht, die internen Auseinandersetzungen in ihrer Partei zu beruhigen.

"Es kommt manchmal nicht so sehr darauf an, ob und wie sehr wir uns mögen, sondern dass wir gemeinsam nach vorn schauen", sagte Petry beim Bundeskongress der AfD-Jugend in Bingen (Rheinland-Pfalz). Zuletzt hatte vor allem die Spaltung der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg für Spannungen in der Parteiführung gesorgt. Auslöser war der Umgang mit dem Abgeordneten Wolfgang Gedeon gewesen, dem Antisemitismus vorgeworfen wird.

Petry räumte ein, dass die Parteiführung derzeit kein gutes Bild abgebe. Sie verstehe den Wunsch nach Einigkeit. Bei allem Willen zur Zusammenarbeit müsse man aber auch Differenzen anerkennen. "Nur durch diese Reibungen entstehen die tatsächlich guten Lösungen."

Auch Parteivize Alexander Gauland, der Petry zuletzt wegen ihres Einschreitens in Stuttgart scharf kritisiert hatte, bemühte sich um versöhnliche Töne. Der Brandenburger AfD-Chef berichtete, dass Bürger ihn aufforderten, sich in der Partei nicht zu zerstreiten. Zur Spaltung der AfD-Fraktion in Stuttgart sagte Gauland - ganz auf der Linie des Bundesvorstandsbeschlusses: "Es kann auf Dauer nur eine Fraktion der AfD in Baden-Württemberg geben - alle Beteiligte müssen Wege zu einer neuen, anderen Zusammenarbeit finden."

Der Vorsitzende der Jungen Alternative (JA), Sven Tritschler, appellierte an die Parteiführung: "Nehmt euch zusammen." Der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Uwe Junge mahnte einmal mehr zur Zurückhaltung in der Öffentlichkeit. "Man muss nicht gleich in jedes Mikrofon beißen, dass einem hingehalten wird." Die Parteiführung habe die "verdammte Pflicht, den Laden zusammenzuhalten". Nur so könne man bei Wahlen erfolgreich sein.

Inhaltlich wiederholte Petry bekannte Positionen: Zuwanderung stoppen, Grenzen schließen, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Patriotismus müsse Normalität in Deutschland werden.

Zu dem JA-Kongress kamen auch Vertreter von Jugendorganisationen anderer rechtspopulistischer Parteien in Europa, darunter die französische Front National, die italienische Lega Nord und die FPÖ aus Österreich. Vor dem Gebäude versammelte sich eine Gruppe von Demonstranten. Mit Transparenten wie "Rechtspopulismus stoppen" protestierten etwa 100 Menschen gegen die Veranstaltung.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-161203-99-407293_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Leipzig bleibt Erster vor Bayern und Hertha

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?