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Politik Amerika und Russland verhandeln über Atomwaffen
Nachrichten Politik Amerika und Russland verhandeln über Atomwaffen
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06:41 13.09.2017
US-Präsident Donald Trump und sein russisches Pendant Wladimir Putin. Quelle: CNP POOL/Sputnik
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Washington/Moskau

Die Vizeaußenminister Sergej Rjabkow und Thomas Shannon hatten sich am Montag und Dienstag im finnischen Helsinki getroffen, um nach Wegen zu suchen, wie sich die Verringerung des Atomwaffenarsenals in Zeiten eines diplomatischen Schlagabtauschs organisieren lässt. Fürs Erste sind sich die Unterhändler offenbar darin einig, zumindest das START-Abkommen – auch New START genannt - bis 2020 umzusetzen. Demnach sollen die Atomsprengköpfe auf jeweils 1550 und die Trägersysteme auf 800 reduziert werden. Das Abkommen war ursprünglich von den damaligen Präsidenten Barack Obama und Dmitri Medwedew im April 2010 in Prag unterzeichnet worden.

Wie auf Seiten des US-Kongresses allerdings bemängelt wird, drohen dem strategischen Gleichgewicht von anderer Seite Gefahren. So werfen Politiker wie Senator Tom Cotton der russischen Regierung vor, den INF-Vertrag (Intermediate Range Nuclear Forces) gezielt zu unterlaufen. Obwohl sich die USA und die damalige Sowjetunion 1987 darauf geeinigt hatten, keine bodengestützten Waffensysteme zu unterhalten, die eine Reichweite zwischen 500 und 1500 Kilometern besitzen, habe das russische Militär in den vergangenen Jahren entsprechende Raketensysteme entwickelt, die sich sowohl mit konventionellen als auch mit atomaren Waffen bestücken lassen. Zwei Bataillone der russischen Armee seien mit diesen Kurzstreckenraketen sogar schon ausgerüstet, behauptet Cotton. Der Kreml weist diese Vorwürfe zurück, in Washingtoner Kreisen hält man die Berichte der US-Geheimdienste dagegen – parteiübergreifend - für überzeugend.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Weiße Haus die Einschätzung der Militärexperten des Senats bestätigt, dass die Sicherheitsarchitektur durch die russischen Aktivitäten bedroht sei.

Unterdessen wachsen auch in zivilen Kreisen die Sorgen. So warnt Ulrich Kühn vom Washingtoner Carnegie-Institut für Internationalen Frieden vor der Gefahr eines neuen Wettrüstens: „Es ist bedrückend zu beobachten, wie sehr der INF-Vertrag ins Rutschen gerät“, sagt der renommierte Wissenschaftler gegenüber dieser Zeitung. Gerade für Europa hätte das Aufkündigen dieses Vertrages weitreichende Konsequenzen.

Das jüngste Treffen in Helsinki gilt in Washington angesichts der belasteten amerikanisch-russischen Beziehungen denn auch als ein erster wichtiger Schritt in Richtung Entspannung: „Außenminister Rex Tillerson will die Lage nicht weiter eskalieren lassen. Gerade zwei Atommächte sollten miteinander im Gespräch bleiben“, hob Heather Nauert am Dienstagabend in Washington hervor. Die Sprecherin des State Department betont: „Wir suchen nach einer vernünftigen Basis.“

Von Stefan Koch/RND

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