Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 0 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Amnesty: Steinmeier soll bei Iran-Besuch Missstände rügen

International Amnesty: Steinmeier soll bei Iran-Besuch Missstände rügen

Steinmeier fährt zum ersten Mal in den Iran und dann weiter nach Saudi-Arabien. Amnesty verlangt, dass er neben Atom-Abkommen und Syrien-Konflikt auch Menschenrechtsverletzungen zum Thema macht.

Voriger Artikel
JU-Vorsitzender Ziemiak fordert Obergrenze für Flüchtlinge
Nächster Artikel
Russische Jets und Syriens Armee töten 60 Menschen

Reist zunächst in den Iran und dann weiter nach Saudi-Arabien: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

Quelle: Maurizio Gambarini/Archiv

Berlin. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verlangt von Außenminister Frank-Walter Steinmeier klare Worte zu den Missständen im Iran und in Saudi-Arabient.

Die Lage der Menschenrechte sei in beiden Staaten "alarmierend schlecht", sagte Generalsekretärin Selmin Caliskan der Deutschen Presse-Agentur dpa. Steinmeier müsse sich bei seinen Besuchen Ende der Woche dort für die Freilassung politischer Häftlinge einsetzen - auch öffentlich.

Der SPD-Politiker reist Abend zunächst in den Iran und dann weiter nach Saudi-Arabien, die beiden wichtigsten Golf-Staaten. Caliskan sagte der dpa: "Wir erwarten von Steinmeier, dass er die massive Repression der Zivilgesellschaft, die extreme Unterdrückung kritischer Stimmen und die alarmierenden Mängel im Justizsystem in beiden Ländern offen benennt." Besonders besorgt äußerte sie sich über einen "schockierenden Anstieg" der Hinrichtungen.

Nach Amnesty-Angaben ist der Iran derzeit nach China das Land mit den meisten Exekutionen. Allein bis Mitte Juli wurden dort mindestens 694 Menschen hingerichtet, im Vergleich zu mindestens 743 im gesamten Vorjahr. In Saudi-Arabien wurden demnach bis Ende September mindestens 134 Todesurteile vollstreckt. 2014 gab es dort nach Amnesty-Angaben insgesamt 90 Hinrichtungen. Deutschland tritt für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe ein.

Caliskan verwies auf die Erwartung, dass das Atomabkommen der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran den Weg für engere politische Beziehungen und Wirtschaftskontakte freimacht. "Damit eröffnen sich neue Spielräume, um stärker auf die Verwirklichung der Menschenrechte zu drängen." Steinmeier müsse darauf hinwirken, dass der Iran seinen bisherigen "Kurs der Repression im Innern" stoppe. Bislang gebe es leider keinerlei Fortschritte. "Im Gegenteil: Die Lage hat sich in vielen Bereichen verschlechtert."

Für Saudi-Arabien zeichnet Amnesty ein ähnliches Bild. Caliskan bezeichnete die Lage der Menschenrechte dort als "katastrophal". "In den vergangenen zwei Jahren wurden fast alle friedlichen Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger nach unfairen Gerichtsverfahren mit langen Haftstrafen im Gefängnis zum Schweigen gebracht." Dazu zählt Amnesty auch den prominenten Blogger Raif Badawi, der zu 1000 Stockschlägen verurteilt wurde.

Steinmeier wird am Samstag und Sonntag zunächst Gespräche in Teheran führen. Bei dem ersten offiziellen Besuch eines deutschen Außenministers seit 2003 geht es insbesondere um die Folgen der Atom-Einigung sowie um die Suche nach einer politischen Lösung für Syrien. Der Syrien-Konflikt wird auch in Saudi-Arabien eine wichtige Rolle spielen, wo sich Steinmeier anschließend aufhält. Der Iran und Saudi-Arabien konkurrieren miteinander um die Vormachtstellung in der Golfregion.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
54954a26-29de-11e7-9327-a307594c6a64
Dafür sparen die Deutschen

Die Deutschen gelten gemeinhin als Sparfüchse. Wofür die Bundesbürger ihr Erspartes ausgeben, hat das Marktforschungsunternehmen Kantar TNS mit einer repräsentativen Umfrage herausgefunden.

Sollte der Flughafen Tegel auch nach Eröffnung des BER offen bleiben?

25. April 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Welches Glück müssen wir jahrzehntelang gehabt haben, dass wir in Frieden und relativ sicher in Deutschland leben konnten – mit all den Türken, die das Land bevölkern.

mehr