Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik Amnesty: Steinmeier soll bei Iran-Besuch Missstände rügen
Nachrichten Politik Amnesty: Steinmeier soll bei Iran-Besuch Missstände rügen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:07 16.10.2015
Reist zunächst in den Iran und dann weiter nach Saudi-Arabien: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Quelle: Maurizio Gambarini/Archiv
Anzeige
Berlin

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verlangt von Außenminister Frank-Walter Steinmeier klare Worte zu den Missständen im Iran und in Saudi-Arabient.

Die Lage der Menschenrechte sei in beiden Staaten "alarmierend schlecht", sagte Generalsekretärin Selmin Caliskan der Deutschen Presse-Agentur dpa. Steinmeier müsse sich bei seinen Besuchen Ende der Woche dort für die Freilassung politischer Häftlinge einsetzen - auch öffentlich.

Der SPD-Politiker reist Abend zunächst in den Iran und dann weiter nach Saudi-Arabien, die beiden wichtigsten Golf-Staaten. Caliskan sagte der dpa: "Wir erwarten von Steinmeier, dass er die massive Repression der Zivilgesellschaft, die extreme Unterdrückung kritischer Stimmen und die alarmierenden Mängel im Justizsystem in beiden Ländern offen benennt." Besonders besorgt äußerte sie sich über einen "schockierenden Anstieg" der Hinrichtungen.

Nach Amnesty-Angaben ist der Iran derzeit nach China das Land mit den meisten Exekutionen. Allein bis Mitte Juli wurden dort mindestens 694 Menschen hingerichtet, im Vergleich zu mindestens 743 im gesamten Vorjahr. In Saudi-Arabien wurden demnach bis Ende September mindestens 134 Todesurteile vollstreckt. 2014 gab es dort nach Amnesty-Angaben insgesamt 90 Hinrichtungen. Deutschland tritt für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe ein.

Caliskan verwies auf die Erwartung, dass das Atomabkommen der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran den Weg für engere politische Beziehungen und Wirtschaftskontakte freimacht. "Damit eröffnen sich neue Spielräume, um stärker auf die Verwirklichung der Menschenrechte zu drängen." Steinmeier müsse darauf hinwirken, dass der Iran seinen bisherigen "Kurs der Repression im Innern" stoppe. Bislang gebe es leider keinerlei Fortschritte. "Im Gegenteil: Die Lage hat sich in vielen Bereichen verschlechtert."

Für Saudi-Arabien zeichnet Amnesty ein ähnliches Bild. Caliskan bezeichnete die Lage der Menschenrechte dort als "katastrophal". "In den vergangenen zwei Jahren wurden fast alle friedlichen Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger nach unfairen Gerichtsverfahren mit langen Haftstrafen im Gefängnis zum Schweigen gebracht." Dazu zählt Amnesty auch den prominenten Blogger Raif Badawi, der zu 1000 Stockschlägen verurteilt wurde.

Steinmeier wird am Samstag und Sonntag zunächst Gespräche in Teheran führen. Bei dem ersten offiziellen Besuch eines deutschen Außenministers seit 2003 geht es insbesondere um die Folgen der Atom-Einigung sowie um die Suche nach einer politischen Lösung für Syrien. Der Syrien-Konflikt wird auch in Saudi-Arabien eine wichtige Rolle spielen, wo sich Steinmeier anschließend aufhält. Der Iran und Saudi-Arabien konkurrieren miteinander um die Vormachtstellung in der Golfregion.

dpa

Druck von allen Seiten: Die einen werfen Kanzlerin Merkel eine zu großzügige Flüchtlingspolitik vor, die anderen bezeichnen die geplanten Asylverschärfungen als Entwürdigung. In dieser Situation kommt Merkel zum Deutschlandtag der Union nach Hamburg.

16.10.2015

Ausspähen unter Freunden gehe gar nicht, befand die Kanzlerin im Herbst 2013. Doch die Deutschen mischten wohl selbst kräftig mit bei der Spionage. Nun will der Bundestag die neue Affäre rasch aufklären.

15.10.2015

Vor der Wahl hatte es heftige Diskussionen gegeben: Die Ukraine im Sicherheitsrat? Das ließe hitzige Debatten mit Russland erwarten. Am Ende brachte die Abstimmung ein deutliches Ergebnis.

15.10.2015
Anzeige