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Anja Piel will Grünen-Chefin werden

Überraschende Kandidatur Anja Piel will Grünen-Chefin werden

Nach Brandenburgs Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will sich eine weitere Grüne für den Vorsitz der Bundespartei bewerben: Anja Piel, die derzeit die Fraktion der Grünen im niedersächsischen Landtag führt, hat ihre Kandidatur angekündigt. Es ist die bisher dritte Bewerbung um den Parteivorsitz bei Bündnis 90/Die Grünen.

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Anja Piel überraschte am Sonntag mit ihrer Bewerbung für den Parteivorsitz.
 

Quelle: dpa

Hannover, . Überraschung bei den Grünen: Im Rennen um die künftige Bundesspitze der Partei hat jetzt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Anja Piel, ihr Interesse kundgetan. Piel bestätigte am Sonntag, dass sie sich für den Parteivorsitz bewirbt. Damit wäre sie neben dem schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck und der brandenburgischen Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock die dritte Bewerberin.

Die brandenburgische Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock hatte bereits im Dezember ihre Kandidatur um den Parteivorsitz der Grünen angekündigt.

Quelle: Friedrich Bungert

Der bisherige Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir tritt nicht mehr an, die bisherige Mit-Vorsitzende Simone Peter hat am Montag, nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen. Sie wolle sich der Erneuerung der Parteispitze nicht verschließen. Die Grünen werden am 26. Januar auf einer außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover über ihre neue Parteispitze entscheiden, zu der jeweils ein Mann und eine Frau gehören.

Auf dem linken Flügel mit guten Chancen

Da sowohl Habeck als auch Baerbock zum sogenannten realpolitischen Flügel zählen und bei den Grünen großer Wert auf den Flügelproporz gelegt wird, kann sich Piel gute Chancen ausrechnen. Sie wird eher dem linken Flügel zugerechnet. Piel warnte aber am Sonntag vor nach innen gerichteten Debatten. „Eine Nabelschau hilft uns nun wirklich nicht weiter“, sagte sie.

Der noch amtierende Parteichef Özdemir bekräftigte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass er für den Parteivorsitz definitiv nicht antreten werde, sondern die Bewerbung von Habeck und Baerbock unterstütze. Auch bei der Wahl des Vorsitzenden der Bundestagsfraktion werde er nicht gegen den „Linken“ Anton Hofreiter antreten: „Ich habe erkennbar keine Mehrheit. Das muss ich akzeptieren.“

Piel will im Erfolgsfall den Vorsitz der Landtagsfraktion niederlegen

Die Bewerbung der 52-jährigen Landtagsabgeordneten Piel kommt überraschend. Sie selbst begründete die relativ späte Initiative mit den politischen Ereignissen in Niedersachsen nach der Landtagswahl. „Ich wollte erst einmal abwarten, ob wir in Niedersachsen doch noch zu einer Ampel-Koalition kommen, und habe mich dann ausführlich mit meiner Familie und Freunden beraten.“

Als langjährige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag ist Piel durch Bodenhaftung und Pragmatismus aufgefallen. Sie erklärte, im Falle einer Wahl zur Bundesvorsitzenden den Vorsitz der Landtagsfraktion niederlegen zu wollen. Ihr Mandat als einfaches Miglied im hannoverschen Parlament wolle sie aber behalten.

Auseinandersetzung mit der AfD im Fokus

Zu ihren Zielen sagte sie der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: „Wir Grünen haben bei den Themen Umwelt- und Klimaschutz gute Zustimmungswerte, während Fragen der Gerechtigkeit und auch der Sozialpolitik von den Wählerinnen und Wählern noch nicht genug wahrgenommen werden.“ Dabei habe ihre Partei sehr gute Konzepte zu den Themen Gesundheitspolitik, Bürgerversicherung oder frühkindliche Erziehung.

Für wesentlich erachtet Piel auch die Auseinandersetzung mit den Rechtspopulisten, die jetzt in den Parlamenten vertreten seien.

Von RND/Michael B. Berger

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