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Anschlag in Tel Aviv: Israel kündigt härteres Vorgehen an

Konflikte Anschlag in Tel Aviv: Israel kündigt härteres Vorgehen an

Die Gewaltwelle in Israel schien abgeebbt. Bis zu dem neuen Anschlag in Tel Aviv. Nun wird sich zeigen, ob Israels rechts-religiöse Regierung so unerbittlich reagiert wie sie sich gibt.

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Kellner Tal Scharabi vom Benedict Cafe in Tel Aviv: In dem Lokal starben am Vorabend mehrere Menschen bei einem Terror-Anschlag.

Quelle: Sara Lemel

Tel Aviv. Israel droht nach einem tödlichen Anschlag zweier Palästinenser in Tel Aviv Härte an. "Ich werde die genauen Schritte, die wir planen, nicht weiter ausführen, aber ich habe keinesfalls vor, mich mit Worten zufriedenzugeben", sagte der neue ultrarechte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman.

Israel will unter anderem eine Lücke im Sicherheitszaun zum Westjordanland schließen.

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Der Sarona-Park in Tel Aviv: Dort verübten zwei Attentäter einen Terror-Anschlag.

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Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte generell Angriffe auf Zivilisten - allerdings ohne den aktuellen Anschlag zu erwähnen. Die Deutsche Botschaft riet zu erhöhter Vorsicht in Israel.

Am Mittwochabend hatten im Sarona-Park im Zentrum Tel Avivs zwei palästinensische Attentäter vier Israelis erschossen. Sicherheitskräfte fassten die Männer, einer davon wurde dabei verletzt. Die Armee legte einen Blockadering um das Dorf Jata im südlichen Westjordanland, aus dem die Angreifer stammen. Nach Polizeiangaben sind sie Cousins.

"Ein Dorf, aus dem Terroristen hervorgehen, wird dafür bezahlen", sagte Liebermans Vize Eli Ben-Dahan. Es war der erste tödliche Anschlag in Israel seit Liebermans Ernennung zum Verteidigungsminister.

Auch der rechtsorientierte Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte eine Serie von Gegenmaßnahmen an. Die Armee will zwei weitere Batallione im Westjordanland stationieren. Außerdem soll eine Lücke im Sicherheitszaun zwischen südlichem Westjordanland und Israel geschlossen werden. Dies teilte Netanjahus Büro nach einem Treffen des so genannten Sicherheitskabinetts mit. Hardliner Lieberman hatte in der Vergangenheit immer wieder Netanjahus Sicherheitspolitik als "zu lasch" kritisiert.

Israel hob Einreisegenehmigungen für 83 000 Palästinenser aus dem Westjordanland, die Angehörige zum Ramadan besuchen wollten, auf. Auch bereits erteilte Genehmigungen für Einwohner des Gazastreifens wurden eingefroren, einschließlich Gebetsrechte auf dem Tempelberg. Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte für den muslimischen Fastenmonat Ramadan weitere Attacken angedroht.

Palästinenserpräsident Abbas habe "wiederholt jegliche Angriffe auf Zivilisten abgelehnt, unabhängig davon, wer dahinter stand und aus welchen Gründen", zitierte ihn die offizielle Nachrichtenagentur Wafa am Donnerstag. "Einfach Frieden und eine positive Atmosphäre schaffen, wird die Gründe für Spannungen und Gewalt in der Region verringern." Abbas' Partei Fatah hatte den Anschlag zuvor als "eine individuelle und natürliche Reaktion" auf die Gewalt durch Israel bezeichnet.

Ein Führer der Hamas lobte den tödlichen Anschlag. "Ruhm und Glückwünsche den Einwohnern Hebrons", schrieb Ismail Hanija bei Twitter. In mehreren palästinensischen Städten wurde der Anschlag nach Medienberichten gefeiert, es seien Süßigkeiten verteilt worden.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Den mörderischen Anschlag gegen Menschen, die in Restaurants und Cafés in Tel Aviv gestern Abend friedlich ihren Feierabend verbrachten, verurteilen wir auf das Schärfste." Mord und Terror seien durch nichts zu rechtfertigen.

Die USA sprachen von einem "schrecklichen Terroranschlag - solch feige Angriffe auf unschuldige Zivilisten sind niemals zu rechtfertigen", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Das ehemalige deutsche Templerdorf liegt direkt gegenüber von Israels Militärhauptquartier und dem Verteidigungsministerium. Es ist ein beliebtes Ausgehziel, das auch von vielen Touristen besucht wird.

Die Deutsche Botschaft in Tel Aviv riet dazu, Menschenansammlungen zu meiden. Weitere Anschläge auch während des Ramadans könnten nicht ausgeschlossen werden, warnte die Botschaft Deutsche in Israel per Email.

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober 33 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei den von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem.

dpa

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