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Politik Bericht: Grüne haben in bayerischen Städten die Nase doch nicht vorne
Nachrichten Politik Bericht: Grüne haben in bayerischen Städten die Nase doch nicht vorne
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12:53 17.10.2018
Grüner Jubel am Abend des 14. Oktober: Die bayerischen Grünen bei der Wahlparty in der Muffathalle in München. Quelle: imago/Christian Mang
München/Berlin

Nach der bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober sorgte eine Grafik für Aufsehen. Die Wahl-Statistik, die auf Erhebungen der Forschungsgruppe Wahlen beruhen und vom ZDF ausgestrahlt wurde, zeigt die Verteilung der Wählerstimmen in bayerischen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Drei Balken sind auf dem Schaubild zu sehen: einer für die CSU, der zweite für die SPD, der dritte für die Grünen. Mit 30 Prozent der Wählerstimmen überragt der grüne Balken den schwarzen (25 Prozent) und den roten (13) bei weitem. Schenkt man der Grafik Glauben, dann gehen die Grünen aus der Bayernwahl nicht nur als zweitstärkste Kraft im Freistaat hervor – sie hätten demnach in urbanen Gebieten sogar die Nase vorne. In den sozialen Netzwerken wurde die Nachricht dutzendfach geteilt und kommentiert.

Ein Bericht des NDR zieht die Meldung nun jedoch in Zweifel. Demnach handle es sich bei der Grafik lediglich um eine Prognose, die auf einer "Umfrage am Wahltag in Bayern 21.183 zufällig ausgewählten Wählern in 181 Wahlbezirken" beruht, wie die Forschungsgruppe Wahlen auf NDR-Anfrage mitteilt. In Wirklichkeit bliebe die CSU auch in den Großstädten stärkste Kraft.

CSU auch in Städten weiterhin stärkste Kraft

Am stärksten hätten die Grünen demnach in München abgeschnitten. In anderen bayerischen Städten wie Würzburg (CSU: 30,2/ Grüne: 29,2), Regensburg (CSU: 29,3/ Grüne: 24,1) oder Erlangen (CSU: 31,0/ Grüne: 26,2) sei die Stimmenverteilung zwischen schwarz und grün zwar sehr eng ausgefallen. Stärkste Kraft wurde dennoch in den allermeisten Fällen die CSU.

Da die Einwohnerzahl der Städte, die in der Statistik miteinander verglichen werden, stark variiere, werde das Ergebnis verzerrt, heißt es in dem Bericht. Während Erlangen, Fürth, Ingolstadt, Regensburg und Würzburg bis zu 150.000 Einwohner haben, seien beispielsweise Nürnberg mit gut 500.000 Einwohnern und vor allem München mit knapp 1,5 Millionen deutlich größer. „Das Ergebnis dieser Kategorie wird nämlich zu rund 50 Prozent allein in München entschieden, denn dort lebt bereits ungefähr die Hälfte aller Menschen, die in Bayern in ,Städten über 100.000 Einwohnern’ wohnen“, so schreibt ndr.de. Bei der Prognose-Grafik handelte es sich also nicht um ein belastbares Ergebnis. Auch wenn die Zahlen nicht falsch seien, seien sie dennoch an anfällig für Fehlinterpretation.

Von RND/jw

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