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Nachrichten Politik Brandanschlag auf Kanzleramt
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22:15 09.07.2015
Quelle: dpa
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Berlin

Ein Mann ist mit einer Strickleiter über einen Zaun am Bundeskanzleramt geklettert und hat einen Molotowcocktail in Richtung Dach geworfen. In der Nacht zum Donnerstag sei ein 48-jähriger Tatverdächtiger festgenommen worden, als er mit dem Fahrrad davonfahren wollte, teilte die Polizei mit. Zu möglichen Schäden konnte sie zunächst keine Angaben machen. Verletzt wurde niemand.Rechtsextremisten bekennen sich zu Anschlag

Sowohl am Kanzleramt als auch in der Wohnung des Festgenommenen wurden Flugblätter der als rechtsextrem eingestuften „Deutschen Widerstandsbewegung“ gefunden. Es war laut Polizei bereits der neunte solche Anschlag seit vergangenem August. Die „Deutsche Widerstandsbewegung“ hatte sich zu einem nahezu identischen Brandanschlag auf den Amtssitz des Bundespräsidenten im Mai bekannt.

In dem Fall hatte ein Unbekannter einen Molotowcocktail auf einen Zaun vor dem Schloss Bellevue geworfen, aber keinen nennenswerten Schaden verursacht. Auch dort hinterließ der Täter Flugblätter und flüchtete per Fahrrad. Ein 50-Jähriger wurde festgenommen, kam aber wieder frei.

Bereits mehrere ähnliche Vorfälle

Im August vergangenen Jahres wurde ein Brandsatz vor der CDU-Bundesparteizentrale gezündet. Seitdem gab es ähnliche Vorfälle am Reichstagsgebäude, am Paul-Löbe-Haus des Bundestags, am Schloss Bellevue und nun am Kanzleramt. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt und prüft, ob der 48-Jährige auch für die früheren Brandanschläge infrage kommt. Er werde voraussichtlich am Freitag einem Haftrichter vorgeführt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nach Informationen von „Spiegel Online“ hatte in der Nacht zum 8. Juni schon einmal ein Mann - ebenfalls mit einer Strickleiter - versucht, auf das Gelände des Bundeskanzleramtes vorzudringen. Der Versuch sei jedoch gescheitert, nur die Strickleiter sei am Tatort gesichert worden, berichtete der Online-Dienst des Nachrichtenmagazins unter Berufung auf Ermittlerkreise. Wegen ähnlicher Begleitumstände könnte schon damals ein Brandanschlag geplant gewesen sein. Ob der aktuelle Tatverdächtige auch damals seine Hand im Spiel hatte, werde noch geprüft.

dpa

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