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Politik Das europäische Paradoxon
Nachrichten Politik Das europäische Paradoxon
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10:02 07.07.2018
Was haben diese beiden Männer mit Europa vor? Quelle: AP
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Berlin

Gleich am Tag nach dem WM-Finale sollen sich Trump und Putin in Helsinki treffen. Es wird bereits darüber spekuliert, was für Themen zur Debatte stehen, der Krieg in Syrien, die Situation in der Ukraine, die Annexion der Krim? Ich glaube, das wirklich wichtige Thema, das die beiden Präsidenten eint, wird die Spaltung Europas sein. Für Putin würde sie das Ende der Sanktionen bedeuten, die ihm sehr zusetzen, für Trump den erfolgreichen Abschluss seines Handelskrieges.

Wir müssen uns nichts vormachen, unser Europa ist ein Koloss auf tönernen Füßen, sehr groß, aber weich in den Knien. Wie das Monster von Frankenstein besteht Europa aus zu unterschiedlichen Teilen, die sich beißen. Jetzt aber ist der Moment gekommen, in dem Einheit besonders gefragt ist. Mein Appell geht vor allem an die kleinen Teile. Sie sind auf größere oft nicht gut zu sprechen, obwohl die EU sich fast nur mit ihnen beschäftigt; man denke nur an das Konzept der „EU der zwei Geschwindigkeiten“, die europäische Variante des altgriechischen Paradoxons von Achilles und der Schildkröte. Da kann der schnelle Achilles bei einem Wettrennen niemals die Schildkröte einholen, wenn er ihr einen Vorsprung gewährt, denn egal wie schnell er ist, die Schildkröte wird ja immer ein Stück weiter sein.

Das Paradoxon ist natürlich ein Witz. In Wahrheit überspringt Achilles die Schildkröte und merkt nicht einmal, dass es sie gibt, es sei denn, er stolpert über sie und bricht sich beide Beine. In diesem Fall geht aber die Schildkröte ebenfalls drauf, aus ihr wird eine Suppe gekocht und zu Mittag in Helsinki von zwei alten Herren ausgelöffelt.

Wladimir Kaminer ist Schriftsteller in Berlin.

Von Wladimir Kaminer

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