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Nachrichten Politik Das twittern AfD-Politiker zu den Anschlägen
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15:19 22.03.2016
 Beatrix von Storch  Quelle: dpa
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Brüssel

 Sie könnte den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aussprechen, sie könnte ihr Erschrecken über das Ausmaß des Terrors zum Ausdruck bringen. All das tut Beatrix von Storch in einem Tweet zu den Anschlägen von Brüssel nicht. Sie setzt hingegen eine zweifelhafte Botschaft in die Welt.


Wenige Stunden nach den ersten Meldungen der Anschläge von Brüssel schreibt von Storch auf Twitter: „Viele Grüße aus Brüssel. Wir haben soeben das Parlament verlassen. (...) Hat aber alles nix mit nix zu tun“, schreibt die Politikerin, die für die AfD im Europaparlament sitzt. Auf Facebook und Twitter erntete sie dafür viel Unverständnis und Wut. Ihr wird vorgeworfen, sie verhöhne die Opfer und nutze den Anschlag, um ihre Positionen zu verbreiten. Am häufigsten wird ihr fehlende Empathie vorgeworfen. „Gratuliere, sie haben es geschafft einen neuen Tiefpunkt zu setzen. Selbst für AfDer...“, schreibt ein Facebook-User.

AfD-Politikerin rückt ihren Tweet gerade

Am Nachmittag hat von Storch einen weiteren Tweet abgesetzt und sich auf Facebook ausführlich geäußert und den Angehörigen ihr Mitgefühl ausgedrückt. Aber sie schreibt auch von einem Problem - dem politischen Islam.

Für ihren Tweet ist von Storch zu diesem Zeitpunkt viel und hart kritisiert worden. Eine Frau schreibt: „Unglaublich, dass Sie nichts anderes zu dieser Tragödie beizutragen wissen, als das Ganze zur Hetze zu nutzen. Sie sollten sich schämen und mal versuchen, konstruktive Beiträge zu leisten, anstatt immerzu zu hetzen und zu motzen. Herz? Empathie?“ Ein weiterer Facebook-Nutzer wählt ebenfalls harte und kritische Worte: „Storch klappert wieder. Dir wünsche ich in 10 Jahren eine ausländische Pflegekraft. Du bist eine Schande für Deutschland. Aber scheinbar wurde die Gesinnung über Generationen vererbt.“ Ein anderer fragt schlicht: „Was macht so viel Dummheit in Brüssel ????“

Politikerin bekommt auch Zustimmung auf Twitter und Facebbok

Beatrix von Storch erhält aber auch viel Zustimmung zu ihrem Tweet: „Ich glaube wir wissen alle, wie Frau v. Storch das meint. Sie will damit zum Ausdruck bringen, das dass Runterspielen der Gefahr, die auf Europa zukommt, von den Altparteien ständig bagatellisiert wird. Bitte versucht es mal wohlwollend zu betrachten. Nicht gleich hochgehen.“ Ein anderer geht auf die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel ein und unterstützt von Storch. „Nun ja... Es ist ja nun nicht von der Hand zu weisen, das die ganzen netten Leute unkontrolliert durch das liebe Einladungsschreiben unserer Kanzlerin hinterherkommen. Wer solche Politik wie Frau Merkel macht, kann nix anderes erwarten (...).“

Markus Pretzell irritiert ebenfalls mit Twitter-Eintrag

Auch von Storchs Parteikollege Markus Pretzell äußerte sich via Twitter. „Alle solidarisch mit den Toten. Wann seid ihr endlich solidarisch mit den Lebenden?“ schrieb er. Und auch hier folgte auf Twitter ein Sturm der Entrüstung. „Sind sie widerlich“, schrieb ein Nutzer. „Solidarität mit Lebenden heißt Solidarität mit Geflüchteten. Da habt Ihr doch was gegen, oder? Ihr AfDler seid zum kotzen!“, schrieb ein anderer.


Viele Reaktionen auf Facebook

Pretzell twitterte als einer der ersten nach dem Anschlag. „Vor meiner Haustür! Ich bin es so leid“, schrieb der Europaabgeordnete beispielsweise. Auf seiner Facebook-Seite ist ebenfalls eine Stellungnahme zu den Anschlägen zu lesen. „Ich bin heute nicht Brüssel sondern nur eins: Wild entschlossen diesem Treiben ein Ende zu setzen!“, schreibt er da. Und schließt seinen Text mit der Feststellung: „Der Traum vom bunten Europa ist kaputt, weggebombt zum wiederholten Mal! Akzeptiert es endlich!“

Auch Pretzell erntet dafür viel Wut und Unverständnis, aber deutlich mehr Zustimmung als Beatrix von Storch. „Und der braune Pöbel hier nutzt die Toten Brüssels für die vulgäre Hetze. Vermutlich seid Ihr den Verbrechern aus Brüssel dankbar und nässt Euch heimlich vor Freude über diese Morde ein. Ihr seid einfach widerlich“, kommentiert ein Nutzer den Eintrag von Pretzell. „Super Idee...damit tun sie genau, was sich die Terroristen erhoffen!“, kritisiert ein anderer. Pretzell bekommt aber auch Zustimmung: „Sehr gute Aussage. Danke“, schreibt eine Nutzerin. „Harte, aber wahre worte - danke!“, schreibt ein anderer.

 Von MAZonline

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