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Davutoglu erwägt Rücktritt als türkischer Regierungschef

Regierung Davutoglu erwägt Rücktritt als türkischer Regierungschef

Schlechte Stimmung in Ankara. Medien berichten über ein Zerwürfnis zwischen Ministerpräsident Davutoglu und Staatspräsident Erdogan. Davutoglu denkt nun über Konsequenzen nach.

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Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erwägt nach Medienberichten seinen Rücktritt.

Quelle: Uygar Onder Simsek/Archiv

Istanbul. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erwägt nach Medienberichten seinen Rücktritt. Er habe seine Entscheidung diesbezüglich noch nicht getroffen, sagte Davutoglu nach Berichten der Zeitungen "Hürriyet" und "Cumhuriyet" nach einem Treffen mit Parteimitgliedern in Ankara.

Hintergrund sei ein Machtkampf zwischen Davutoglu und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Davutoglu hatte das Amt des Ministerpräsidenten und den Parteivorsitz der islamisch-konservativen AKP von Erdogan übernommen, nachdem dieser im Sommer 2014 vom Volk zum Staatspräsident gewählt worden war.

Die beiden sind laut Medienberichten unter anderem wegen einer geplanten Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems unterschiedlicher Meinung. Die Änderung würde Erdogan mehr Macht verleihen. Um ein Verfassungsreferendum über das Präsidialsystem abzuhalten, benötigt die AKP eine 60-Prozent-Mehrheit. Dazu fehlen der Partei zurzeit 13 Sitze im Parlament.

Türkische Medien spekulieren schon länger über ein Zerwürfnis zwischen Erdogan und Davutoglu. In der vergangenen Woche hatte die AKP-Parteiführung die Befugnisse Davutoglus eingeschränkt, was türkische Kolumnisten als Schlag gegen den Parteichef werteten.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hatte Davutoglu am Dienstag angedeutet, dass er nicht um jeden Preis an seinem Amt festhalten werde. Er werde eher sein "Ego mit Füßen treten", als dem Wohle der Partei zuwiderhandeln, sagte er demnach bei einer Rede in Ankara.

Laut "Cumhuriyet" werden als mögliche Nachfolger Verkehrsminister Binali Yildirim und der Schwiegersohn Erdogans - Energieminister Berat Albayrak - gehandelt. Davutoglu und Erdogan wollten sich am Mittwochabend treffen.

dpa

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