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De Maizière: Terrorgefahr wird andauern

Terrorismus De Maizière: Terrorgefahr wird andauern

Die derzeitige Terrorgefahr ist keine Sache von Wochen, sagt Innenminister de Maizière. Die Länderspiel-Absage in Hannover sei unvermeidlich gewesen, verteidigen Regierung und Sicherheitsexperten die Entscheidung vom Vorabend.

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BKA-Chef Holger Münch (r.), und Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) stellen sich bei der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes den Fragen der Journalisten.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Berlin/Mainz (dpa) - Die angespannte Sicherheitslage in Deutschland wird sich nach Einschätzung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nicht so schnell ändern. "Die Terrorgefahr wird längere Zeit bestehen bleiben in Europa und in Deutschland", sagte er im ZDF. "Das ist keine Sache von Wochen."

Die Bundesregierung und Sicherheitsexperten verteidigten, dass das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande am Vorabend wegen eines Terroralarms kurzfristig abgesagt wurde. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die Entscheidung des Innenministeriums am Mittwoch richtig. Die Verantwortlichen hätten sich in Hannover "im Zweifel für die Sicherheit" entschieden, sagte sie. Dies seien "vielleicht die schwierigsten Entscheidungen im Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit".

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BKA-Chef Holger Münch (r.), und Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) stellen sich bei der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes den Fragen der Journalisten.

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Bei dem Länderspiel bestand nach Informationen von "Bild.de" die Gefahr, dass mehrere Bomben explodieren. Die Online-Ausgabe der "Bild"-Zeitung zitierte aus einem Geheimpapier des Verfassungsschutzes für de Maizière, das auf Informationen eines ausländischen Geheimdienstes basiere.

Darin heißt es laut "Bild.de": "Eine Gruppe von mehreren Angreifern plant das Fußballspiel zwischen Deutschland und Holland anzugreifen. Der Angriff wird mit mehreren Sprengsätzen innerhalb des Stadions erfolgen. Zudem soll eine Bombe in der Stadt Hannover detonieren." Die Sprengsätze sollten danach in einem Rettungswagen ins Stadion geschmuggelt werden. Der Anführer der Gruppe sollte im Stadion den Anschlag zu filmen.

Auch nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) gab es Hinweise auf mehrere Attentäter. Dem Vernehmen nach habe es sich um vier Männer und eine Frau gehandelt, schrieb die Zeitung.

Nach offiziellen Darstellungen wurde bisher kein Sprengstoff in oder am Stadion gefunden. Festnahmen gab es auch nicht. De Maizière sagte im ZDF: "Wir wissen bis heute nicht, ob der Hinweis so zutraf." Er sei von einem ausländischen Partner gekommen und habe sich auf eine bestimmte Anschlagsart und -weise rund um das Spiel bezogen. De Maizière wies darauf hin, dass der Islamische Staat (IS) in seinem Bekennerschreiben eine Serie von Anschlägen angekündigt habe.

Die Fußball-Bundesliga spielt an diesem Wochenende unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. "Wir wollen dem Terror nicht weichen. Auf der anderen Seite muss der Schutz von Menschenleben höchste Priorität genießen", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball. De Maizière befürwortet die Spiele. bei einer Tagung des Bundeskriminalamtes (BKA) in Mainz sagte er: "Wir sollten trotzdem unsere Lebensweise nicht ändern." Länderminister kündigten für Weihnachtsmärkte erhöhte Wachsamkeit der Polizei an.

BKA-Präsident Holger Münch warnte in Mainz vor Panik. Es gebe eine ernstzunehmende aktuelle Bedrohungslage, aber keinen konkreten Hinweis auf ein weiteres Ziel. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagte: "Wenn der IS uns treffen kann, wenn der IS Terroranschläge in Deutschland durchführen kann, wird er es tun. Das ist unsere große Sorge."

Der Chef der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), sagte, für Fußballspiele, Weihnachtsmärkte und Karnevalsumzüge lägen keine Hinweise auf geplante Attentate vor. Die Polizei sei aber in höchster Bereitschaft.

dpa

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