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Politik Der Zustand der Presse sagt viel über ein Land
Nachrichten Politik Der Zustand der Presse sagt viel über ein Land
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08:44 03.05.2017
So kommentiert Künstlerin Yoko Ono den Internationalen Tag der Pressefreiheit. Quelle: MAZ
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Potsdam



Acht Wörter nur benötigt die Künstlerin Yoko Ono, um ihre Gedanken zur Freiheit der Presse auf den Punkt zu bringen: Befreie dich, befreie mich, befreie uns, befreie sie. Zu verkopft? Nachdenkenswert! Die Freiheit der Medien ist Teil persönlicher Freiheit und Teil der Freiheit einer Gesellschaft. Der Zustand von Presse, Funk, Fernsehen und Online-Medien sagt viel über ein Land. So gesehen leben wir hier in Deutschland im Paradies. Oder?

Verglichen mit der Türkei, in der allein nach dem Putsch 120 Journalisten inhaftiert und 160 Redaktionen geschlossen wurden, ja. Im Vergleich zur Gleichschaltung in China oder Nordkorea auch. Deutsche Journalisten haben weniger Probleme als Kollegen in Russland, Mexiko, Mali oder in der Ukraine. Ja. Aber auch bei uns ist nicht alles Gold, was glänzt.

Da ist das ungenierte Interesse von Geheimdiensten an Informationen, die Journalisten mühevoll zusammentragen und abklären. Das trifft sich mit politischen Bemühungen, die Vorratsdatenspeicherung wieder einzuführen oder die Verwendung von Geheiminformationen durch Hinweisgeber (Whistleblower) unter Strafandrohung zu stellen. Etliche Kollegen werden verbal oder auch tätlich bedroht, wenn sie über linke oder rechte Aufmärsche berichten. In sozialen Netzwerken beschimpfen ganz normale Leser Reporter aufs Unflätigste – nur weil ihnen bestimmte Fakten in Berichten nicht passen. „Lügenpresse“ ist zum Schlagwort für eine scheinbar wachsende Gruppe von Menschen geworden, die alternative Fakten bevorzugen. Sie wollen in Medien eigentlich nur ihr persönliches Weltbild bestätigt sehen.

Diesen Gefallen tun wir ihnen nicht. Wir berichten, was war, was ist oder was geplant wird. Wir wollen keine Verlautbarungsorgane sein, sondern beide Seiten der Medaille zeigen. Wir sehen unsere Aufgabe darin zu informieren, damit sich freie Bürger ihre Meinung bilden können. Das ist schwer genug, wenn sich Bürgermeister – wie gerade in Jüterbog geschehen – damit brüsten, Lokalzeitungen wie der MAZ Informationen vorzuenthalten. Oder Behörden Auskünfte verweigern, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Oder Veranstalter und Parteien Reportern nur eingeschränkt Zugang gewähren. Oder Fußballklubs Interviews mit Spielern nach Wohlwollen zuteilen. Oder, oder, oder …

Nein, wir jammern nicht. Nur: Versuche, die Pressefreiheit einzuschränken, gibt es auch in Deutschland jeden Tag. Medien und Mediennutzer sollten gegenhalten, denn wir sitzen schließlich in einem Boot: Wir wollen es wissen, oder?

Von Thoralf Cleven

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