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Deutsche Politik trauert um Helmut Schmidt

Tod des Altkanzlers Deutsche Politik trauert um Helmut Schmidt

Helmut Schmidt war einer der beliebtesten Politiker in Deutschland – auch, als er sich schon lange aus der aktiven Politik zurückgezogen hatte. Am Dienstag ist der Altkanzler im Alter von 96 Jahren gestorben. Die Trauer darüber ist groß – über Parteigrenzen hinweg.

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Helmut Schmidt ist 96 Jahre alt geworden.

Quelle: dpa

Berlin. Über alle Parteigrenzen hinweg trauert die deutsche Politik um Altkanzler Helmut Schmidt. Der SPD-Politiker starb am Dienstag im Alter von 96 Jahren. Ein Überblick über die ersten Reaktionen:

Bundespräsident Joachim Gauck: „Wir trauern um einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit. In seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundeskanzler, hat Helmut Schmidt Großes geleistet. Sein entschlossenes Handeln in schwierigsten Situationen, seine Fähigkeit, das Machbare zu erkennen und zu gestalten, aber auch seine Kompromissfähigkeit, sein Eintreten für die Verteidigungsbereitschaft der freien Staaten Europas in Zeiten der Bedrohung – das alles steht mir und vielen Menschen in unserem Land in diesen Stunden der Trauer vor Augen. (...) Helmut Schmidt wird uns allen als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der in seltener Einheit ein Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes war. Er hat sich um unser Land verdient gemacht.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel: „Ein wirklich großer Patriot, ein großer Europäer und ein großer Sozialdemokrat ist gestorben.“ Die Sozialdemokratie trauere um einen Menschen, der weit über die SPD hinaus als jemand im Gedächtnis bleibe, der mit Zuversicht, Realismus und Tatkraft „unser Land gestaltet hat“. Schmidts Herzensthema sei der Zusammenhalt Europas gewesen: „Ich glaube, dass sein Vermächtnis Europa ist.“ Gabriel erinnerte an Schmidts letzte große Rede bei einem SPD-Bundesparteitag 2011. Schmidt habe damals gemahnt, dass es nichts Wichtigeres als die Freundschaft zu Frankreich gebe. Und: „Dass Deutschland seine Führungsrolle nicht überfordern darf, und dass wir eine Verantwortung haben, Europa zusammenzuhalten.“

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): „Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren. Helmut Schmidt hat uns und unser Land tief geprägt. Generationen – auch ich – haben seine Klugheit und Autorität gesucht und geschätzt – bis an sein Lebensende in einem gesegneten Alter. Helmut Schmidt war nicht nur Kanzler der Deutschen – er war Mentor der Deutschen. (..) Wir trauern um einen deutschen Demokraten, einen europäischen Wegbereiter und einen globalen Geist. Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette.“

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): „Deutschland hat einen Großen verloren. Als Bürgermeister von Hamburg, als Finanzminister und als Bundeskanzler: Helmut Schmidt wusste, worauf es ankam. Er hat Politik kraftvoll gestaltet – gerade in Krisenzeiten.“

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder: „Wir verneigen uns vor einem großen Staatsmann. Helmut Schmidt war der letzte Bundeskanzler, der den Zweiten Weltkrieg als Soldat mit erlebt hat. Diese Erfahrung war für ihn die Motivation, unserem Land zu dienen. Als Kanzler führte er Deutschland durch schwere Jahre, die von Wirtschaftskrisen, Terrorismus und Aufrüstung der Sowjetunion geprägt waren. Helmut Schmidt hat sich um Deutschland verdient gemacht.“

Die Linken-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch: „Nicht mit allen Entscheidungen waren wir einverstanden. Doch wir haben an Helmut Schmidt über Parteigrenzen hinweg geschätzt, dass er von ihm als richtig erkannte politische Projekte auch gegen innerparteiliche und gesellschaftliche Widerstände immer mit beeindruckendem persönlichen Einsatz und großer Beharrlichkeit vorangetrieben hat.“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter: „Helmut Schmidt war ein kantiger, gradliniger und streitbarer Politiker und Denker. In vielen schwierigen Situationen hat er mutige Entscheidungen getroffen, wo andere längst aufgegeben hätten. Nicht mit allen seiner Entscheidungen waren wir einverstanden. Die Gründung der Grünen war auch eine Reaktion auf die Politik der SPD unter Helmut Schmidt, sei es die Nato-Nachrüstung, sei es die Atompolitik.“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner: „Helmut Schmidt war die Verkörperung pragmatischer Staatskunst und klarer Verantwortungsethik. „Leitender Angestellter der Republik“ – diese nüchterne Tätigkeitsbeschreibung von Helmut Schmidt zeigt, was er verkörperte und was dem Land fehlt: Managementqualität, Gestaltungs- und Führungswille. Schmidt wurde durch Krisen groß, die er klein machte. Heute wird Politik oft klein, weil sie Krisen groß macht.“

Von dpa

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