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Politik Die mühsame Suche nach einem Nachfolger
Nachrichten Politik Die mühsame Suche nach einem Nachfolger
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08:00 10.02.2018
Kandidaten für das Außenministeramt: Die bisherige Familienministerin Katarina Barley. Quelle: imago stock&people
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Berlin

Zeile 8355 im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist unmissverständlich: Die SPD stellt die Leitung des Auswärtigen Amtes. So haben es die Verhandlungspartner vereinbart, und davon werden sie gewiss nicht abrücken – Schulz hin, Gabriel her. Wen aber werden die Sozialdemokraten auf jenen Posten hieven, der bisher fast jedem seiner Träger zu Ansehen und Beliebtheit verhalf? Das ist eine der drängenden Fragen, auf die die Partei nun eine Antwort finden muss.

Der Blick fällt jetzt zunächst auf die angestammten Außenpolitiker der Partei. Auf Michael Roth zum Beispiel, Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt seit 2013 und europaweit gut vernetzt. Der Hesse gilt als sympathisch wirkender Mittler deutscher Ansinnen – auch dann, wenn die in Süd- oder auch Osteuropa mal nicht so gern gehört werden.

Ebenfalls ein Kandidat für den Ministerposten: Michael Roth, bislang bereits als Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Quelle: dpa

Außenpolitische Expertise findet sich auch in der SPD-Bundestagsfraktion, wo in den vergangenen Jahren mit dem Kölner Rolf Mützenich und dem Hamburger Niels Annen zwei loyal zum Auswärtigen Amt stehende Parlamentarier das Scharnier zwischen Amt und Fraktion bildeten. Ein weiterer Pool für potenzielle Außenminister findet sich in Straßburg. Dort ist immer wieder der Niedersachse Bernd Lange aufgefallen, etwa während der heiklen Verhandlungen für ein Handelsabkommen der EU mit Kanada.

Ein großes Reservoir für außenpolitische Expertise können die Sozialdemokraten allerdings nicht vorweisen. Die Außenpolitik war nur selten – etwa mit Willy Brandts Ostpolitik – identitätsstiftend für die Partei. Seit Bestehen der Bundesrepublik stellten die Sozialdemokraten auch nur vier Außenminister: Brandt, Helmut Schmidt, zweimal Steinmeier und Gabriel.

Die Frau mit dem europäischen Lebenslauf

Letzterer ist ein Beleg dafür, dass ein langer außenpolitischer Vorlauf kein zwingendes Kriterium für den Job ist. Ehe er ins Auswärtige Amt einzog, hatte sich Gabriel als Umwelt- und Wirtschafts-, nicht aber als Außenpolitiker profiliert. Die eigentliche Arbeit im Ministerium erledigen ohnehin Staatssekretäre und Abteilungsleiter. Und so schließen jetzt einige in der SPD eine echte Überraschung nicht aus. Sie verweisen auf die Chance, dass nun erstmals eine Frau Bundesaußenministerin werden könnte. Zum Beispiel gilt Katarina Barley, geschäftsführende Familien- und Arbeitsministerin, als eine, die sich schnell einarbeiten kann.

Mehr als andere kann Barley auf einen europäischen Lebenslauf verweisen; sie ist Tochter eines Briten und einer Deutschen und studierte in Frankreich, wo sie sich auch ins französische Recht einarbeitete. Barley war in einer Hamburger Großkanzlei tätig und als Referentin am Bundesverfassungsgericht.

Von Marina Kormbaki

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