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Politik Die Zeit der billigen Darlehen ist vorbei
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00:16 10.02.2018
Es war einmal: Entwicklung der Zinsen für zehnjährige Hypothekendarlehen seit 2008. Quelle: RND-Grafik
Berlin

Von den USA aus schwappt eine Welle der Unsicherheit über die Finanzmärkte in aller Welt. Welche Sorgen müssen sich die Kleinsparer in Deutschland machen? Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Seit zwei Jahren sind die Aktienkurse stark gestiegen. Geht es jetzt genauso steil wieder abwärts?

Bisher sieht es eher nach einer begrenzten Korrektur aus, mit der viele Experten über kurz oder lang gerechnet haben. Gegen einen dauerhaften Abwärtstrend sprechen die guten weltweiten Konjunkturdaten und die ordentliche Ertragslage der meisten Unternehmen. Gleichzeitig ändern die steigenden Zinsen nichts Grundsätzliches daran, dass andere attraktive Geldanlagen Mangelware sind. Aktionäre, die ihre Papiere zu Wochenbeginn verkauften, suchten jedenfalls vergeblich Alternativen: Weder Gold noch Bundesanleihen, die üblichen „sicheren Häfen“ an solchen Tagen, waren besonders stark gefragt. Offenbar halten Investoren jetzt vermehrt flüssige Mittel – in der Hoffnung, sie bald wieder anlegen zu können.

Ständig wird zur Aktienanlage geraten, und dann stürzen die Kurse. Sollten sich Kleinsparer an solche Papiere überhaupt heranwagen?

Langfristig gehören Aktien trotz solcher Rückschläge immer noch zu den rentabelsten Geldanlagen, zumal die Unternehmen unabhängig von der Kursentwicklung in der Regel auch eine Dividende zahlen. Das unterscheidet Aktien vom ebenso stark schwankenden Gold. Wer Aktien einzelner Unternehmen kauft, muss sich allerdings intensiv damit befassen und trägt ein höheres Risiko. Für die meisten Sparer sind Fonds besser, die verschiedene Papiere enthalten und von Profis oder automatischen Systemen gemanagt werden. Geld, das zu einem bestimmten Termin verfügbar sein muss, sollte man allerdings nicht in Aktien anlegen – niemand weiß, was sie am Tag X gerade wert sein werden.

Plötzlich herrscht an den Finanzmärkten „Zinsangst“. Heißt das im Umkehrschluss, dass ich endlich wieder Zinsen für mein Erspartes bekomme?

Da ist leider kaum Besserung in Sicht. Gestiegen sind zuletzt die langfristigen Zinsen in Europa und den USA sowie die (kurzfristigen) Leitzinsen in den USA. Was Sparer zum Beispiel für Tagesgeld bekommen, hängt aber von den kurzfristigen Zinsen in Europa ab, und die liegen weiter bei null. Eine Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird derzeit erst für das nächste Jahr erwartet.

Wenn die langfristigen Zinsen steigen, wird aber das Bauen teurer?

Bei Hypothekendarlehen sind die billigsten Zeiten tatsächlich schon vorbei. Mit Laufzeiten von zehn oder 15 Jahren richten sie sich nicht nach den kurzfristigen Leizinsen der Notenbanken, sondern nach den langfristigen Sätzen am Anleihemarkt – und die steigen schon seit einiger Zeit. Im Herbst 2016 gab es Hypotheken mit zehn Jahren Laufzeit für ein Prozent. Inzwischen sind sie um fast die Hälfte teurer, und der Trend zeigt weiter nach oben.

Sollte man die Chance jetzt noch für einen Hauskauf nutzen?

Immobilienfinanzierungen laufen Jahrzehnte und egal, wo die Zinsen jetzt stehen: Irgendwann auf halbem Weg wird die Hypothek zu den dann geltenden Konditionen neu abgeschlossen. Bauherren müssen notfalls also auch mit deutlich höheren Zinsen als heute zurechtkommen. Wer ohnehin bauen oder kaufen will, kann sich jetzt noch günstige Konditionen sichern – entscheidend darf das aber nicht sein.

Von Stefan Winter

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