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EU fordert besseren Grenzschutz von Griechenland

Migration EU fordert besseren Grenzschutz von Griechenland

Die EU-Kommission erhöht in der Flüchtlingskrise den Druck auf Griechenland. Die Brüsseler Behörde nahm einen Expertenbericht an, der dem Land wegen mangelhafter Grenzkontrollen ein schlechtes Zeugnis ausstellt.

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Flüchtlinge in Passau. Erstmals seit 2015 sind mehr Frauen und Kinder auf dem Weg nach Europa als Männer.

Quelle: Armin Weigel

Straßburg. Zugleich präsentierte sie Vorschläge, wie der Grenzschutz verbessert werden soll. So müsse deutlich mehr Personal eingesetzt werden, um Flüchtlinge daran zu hindern, mit Booten von der türkischen Küste griechische Inseln zu erreichen, sagte EU-Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovskis.

Die griechische Regierung hat nun drei Monate Zeit, die Vorschläge umzusetzen. Bestehen die Probleme fort, kann die EU-Kommission ein Verfahren nach Artikel 26 des Schengener Grenzkodex eröffnen. Dabei können die EU-Staaten - auf Grundlage eines Vorschlags der EU-Kommission - empfehlen, zwischen Staaten des eigentlich reisefreien Schengenraums längerfristige Grenzkontrollen einzuführen.

"Ob wir es schaffen, einen Raum ohne Kontrollen an den Binnengrenzen aufrechtzuerhalten, hängt davon ab, ob es uns gelingt, unsere Außengrenzen effektiv zu schützen", kommentierte der für Migration zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos.

Unterdessen sind erstmals seit Beginn der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 mehr Frauen und Kinder auf dem Weg nach Europa als Männer. Die Grenze von Griechenland nach Mazedonien überquerten aktuell zu fast 60 Prozent Frauen und Kinder, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) in Genf mit. Im Vergleich zur Situation vor einem halben Jahr habe sich der Anteil der Kinder verdreifacht.

Im Juni 2015 waren noch zu 73 Prozent Männer unterwegs nach Europa. Die Entwicklung bedeute, "dass mehr Menschen auf dem Meer in Gefahr sind, besonders im Winter, und mehr Schutz an Land brauchen", sagte Marie-Pierre Poirier, Unicef-Koordinatorin für die Flüchtlingskrise.

Bei der Flucht übers Mittelmeer kamen laut Helfern allein im Januar 368 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Männer, Frauen und Kinder starben am letzten Januar-Wochenende vor den Küsten Griechenlands, der Türkei und Italiens, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit.

Auch die Zahl der Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten ist demnach im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat extrem gestiegen. Mehr als 67 000 Menschen gelangten über das Mittelmeer nach Europa, vor allem Griechenland. 2015 waren es nur 5000. Jeder Dritte war minderjährig. Allein am 1. Februar setzten laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR fast 1250 weitere Bootsflüchtlinge von der Türkei auf die griechischen Inseln über.

In der griechischen Hafenstadt Piräus kamen wieder mehr als 1700 Migranten von den Inseln in der Ostägäis an, am Montag waren es fast 6500. Sie waren in den vergangenen Tagen aus der Türkei übergesetzt, wie die Küstenwache mitteilte.

In der Nacht machten sich mehr als 70 Busse mit Migranten auf den Weg zum Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien bei Idomeni-Gevgelija, wie Augenzeugen berichteten. Reportern sagten sie, sie wollten weiter Richtung Norden. Meist stammten sie aus Syrien, Irak und Afghanistan.

dpa

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