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17:13 11.07.2018
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vor einem mobilen Funkmasten der Telekom in Kleßen-Görne. Die Einwohner in dem brandenburgischen Dorf hatten bisher keinen Empfang für ihre Mobiltelefone. Quelle: dpa
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Kleßen-Görne

„Das ist ein bedeutsamer Tag für uns, endlich sind wir ans Netz angeschlossen“, sagt Joachim Tessenow. Er ist Bürgermeister von Kleßen-Görne, ein kleines Dorf im Havelland, draußen vor den Toren Berlins. Seit Jahren fragte er immer wieder bei Mobilfunkbetreibern an, ob und wann denn eine Netzanbindung komme.

Die Antwort war immer die gleiche: Einen 360-Einwohner-Ort zu versorgen, sei nicht wirtschaftlich. Nachdem viele Medien über das Funkloch-Dorf berichteten, wurde auch die ausländische Presse aufmerksam, ein dänischer TV-Sender zeigte in den Hauptnachrichten einen halbstündigen Beitrag über die mangelnde Versorgung.

Schlechter als Kasachstan

Eine Statistik darin zeigte laut Tessenow, dass der Mobilfunkausbau in Deutschland im Vergleich schlechter sei als der in Kasachstan. Bis zum Bundesverkehrsministerium, das auch für die digitale Infrastruktur zuständig ist, reichte der Aufschrei aus Kleßen-Görne.

Minister Scheuer kümmerte sich um den Anschluss des Dorfes, bei einem Treffen mit dem Telekom-Vorstandsvorsitzenden Timotheus Höttges sprach er das Problem an. „Dann kriegen Sie Ihr Kleßen-Görne und dann is a Ruhe!“, bekam er als Antwort zu hören.

„Bisher hatten wir nur punktuell Netz...“

Für die Bewohner war die fehlende Mobilfunkanbindung ein schwieriger Zustand: „Zum Telefonieren mussten wir vor die Tür gehen“, berichtete Reiner Schulze. Der 53-Jährige ist Haustechniker und muss an manchen Tagen dauerhaft erreichbar sein. Doch das war bisher nur mit dem Haustelefon möglich.

Für Maria Mundry war der Ausbau sogar ein Grund, zurück nach Kleßen-Görne zu ziehen. Die 36-Jährige betreibt einen Onlineshop für Rindfleisch. „Bisher hatten wir nur punktuell Netz, es hing davon ab, wo man war und auch, ob das Wetter gut ist“. Mit der Übergangslösung eines mobilen Funkmasten sind die Einwohner zufrieden. Als ein Handy klingelt, ruft eine Einwohnerin glücklich: „Ach guck mal, das Telefon funktioniert!“.

Am Donnerstag trifft sich Minister Scheuer mit Vertretern aus Wirtschaft, Kommunen und Bundesländern zu einem Mobilfunkgipfel, bei dem über den weiteren Netzausbau beraten wird. Unter anderem wird es um Funklöcher in ländlichen Gegenden gehen und um die Vergabe von Lizenzen für das neue G5-Netz, der Nachfolger der LTE-Verbindung.

„Nicht nur schöne Bilder produzieren“

In der vorbereiteten Abschlusserklärung für das Spitzentreffen fehlten am späten Donnerstagnachmittag nach RND-Informationen noch konkrete Zusagen der Konzerne. Die SPD fordert daher, dass der Minister ein Anti-Funkloch-Sofortprogramm durchsetzt und nicht nur schöne Bilder produziere. „Wir brauchen spürbare Verbesserungen bei der Schließung der Versorgungslücken“, sagte Sören Bartol, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Es müsse auch im Interesse der Unternehmen sein, dass ihre Kunden nicht von einem Funkloch zum nächsten fahren. „Bundesminister Andreas Scheuer muss daher bei den Mobilfunkanbietern erreichen, dass sie mit einem Sofortprogramm die Funklöcher insbesondere an Straßen und Schienenwegen beseitigen. Sie müssen über die bestehenden Versorgungsauflagen hinaus in zusätzliche Sendemasten investieren“, forderte Bartol.

Der SPD-Politiker sagte, erforderlich seien verbindliche Zusagen der Unternehmen, deren Umsetzung spätestens im nächsten Jahr überprüft werden müsse. „Im Gegenzug sollten die staatlichen Genehmigungsverfahren für Standorte von Sendemasten beschleunigt werden. Bei dem Ausbau sollte es zu Kooperationen der Telekommunikationsunternehmen vor Ort kommen.“

Von Frida Kammerer/RND

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