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Elf Tote bei Angriff auf Luftwaffenbasis in Indien

Konflikte Elf Tote bei Angriff auf Luftwaffenbasis in Indien

Frieden zwischen den Erzfeinden Indien und Pakistan? Etwas Hoffnung war aufgeblüht, als sich die Regierungschefs zu Weihnachten trafen. Doch wie so schon oft folgte auf die Handschläge neuer Terror.

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Die Angreifer waren am frühen Samstagmorgen in den Stützpunkt Pathankot im nordindischen Punjab eingedrungen.

Quelle: Sanjay Baid

Neu Delhi. Eine Gruppe schwer bewaffneter Männer hat eine indische Luftwaffenbasis an der Grenze zu Pakistan angegriffen und sieben Soldaten getötet.

Bei den Kämpfen, die sich über das ganze Wochenende hinzogen, wurden nach offiziellen Angaben auch mindestens vier Angreifer erschossen. Indische Medien berichteten unter Berufung auf ein abgehörtes Telefonat, die Angreifer seien pakistanische Extremisten.

Erst vor wenigen Tagen war Indiens Regierungschef Narendra Modi überraschend beim Erzfeind Pakistan zu Besuch - als erster indischer Regierungschef seit fast zwölf Jahren. Dabei ging es um eine Wiederbelebung der Friedensgespräche zwischen den beiden Nuklearmächten. Diese sind nun bedroht.

Die Angreifer waren am frühen Samstagmorgen in den Stützpunkt Pathankot im nordindischen Punjab eingedrungen. Innenstaatssekretär Rajiv Mehrishi sagte am Sonntagabend (Ortszeit), die Kämpfe auf dem weiträumigen Gelände dauerten noch an. Nach indischen Medienberichten hielten sich zwei Angreifer verschanzt. 20 Sicherheitskräfte wurden bei den Feuergefechten verletzt. 

Die indische Regierung erklärte, sie habe Geheimdienstinformationen darüber gehabt, dass Angehörige einer militanten Islamistengruppe die Luftwaffenbasis in Pathankot angreifen wollen. Die Armee sei vorbereitet gewesen und habe verhindern können, dass die Extremisten zu den Kampfflugzeugen und Helikoptern vordringen.

Neu Delhi wirft Islamabad vor, extremistische Gruppen zu unterstützen, die auf pakistanischem Territorium trainieren und dann Kämpfer über die Grenze nach Indien schicken. Pakistan verneint das. Ziel dieser Attacken sind meist nicht - wie jetzt - Armeestellungen in Punjab, sondern im angrenzenden Jammu und Kaschmir. Um dieses Gebiet führten die Atommächte zwei ihrer drei Kriege.

Eigentlich sollten Mitte Januar die Gespräche der beiden Erzfeinde wieder aufgenommen werden. Bislang erklärte Indiens Regierungspartei BJP stets: Terror und Gespräche gehen zusammen nicht. "Dies ist die erste große Herausforderung für Premierminister Modis gewagten Pakistan-Schachzug", erklärte Omar Abdullah, der ehemalige Regierungschef von Jammu und Kaschmir.

Indiens Innenminister Rajnath Singh betonte, Neu Delhi wolle Frieden in der Region, würde aber nicht zögern, auf Angriffe zu reagieren. Das pakistanische Außenministerium verurteilte in einer Mitteilung die Attacke.

An zahlreichen Bahnhöfen, Busbahnhöfen und Flughäfen in Indien galt erhöhte Alarmbereitschaft. Zahlreiche Züge verspäteten sich, nachdem die Polizei die Drohung erhalten hatte, eine Bombe sei in einem Zug von Neu Delhi nach Lucknow versteckt. Der Zug wurde evakuiert und mit Hilfe von Spürhunden durchsucht.

dpa

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