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Entführer lassen ägyptische Soldaten frei

Unruhen Entführer lassen ägyptische Soldaten frei

Militante Islamisten haben möglicherweise angesichts eines massiven Militäraufgebots auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sieben Soldaten und Polizisten freigelassen, die sie eine Woche zuvor verschleppt hatten.

Kairo. Die jungen Männer wurden am Mittwoch von der Stadt Al-Arisch nach Kairo gebracht, wo sie von Präsident Mohammed Mursi empfangen wurden.

Ob sich die rund 15 Entführer schließlich doch für zur Freilassung der Geiseln entschieden, weil die Armee Truppen in das Gebiet verlegt und eine gewaltsame Befreiungsaktion angekündigt hatte, blieb unklar. Aus Sicherheitskreisen hieß es, der Militärgeheimdienst habe über Stammesführer mit den Entführern verhandelt. Der Staat habe aber keine Zugeständnisse an die Verbrecher gemacht.

Mursi, der sich zu der Geiselkrise bislang nicht öffentlich geäußert hatte, nutzte die Freilassung, um sich als tatkräftiger Staatschef zu präsentieren. Auch die Opposition solle sich den Bemühungen um Sicherheit und Stabilität nicht verschließen, sagte er: "Wir arbeiten weiter daran, starke staatliche Strukturen aufzubauen und wir hoffen, dass die Parlamentswahlen bald stattfinden werden."

Die Muslimbruderschaft, die Mursi im vergangenen Jahr für die Präsidentschaftswahl nominiert hatte, erklärte, "die Weisheit und die Geduld" des Staatschefs hätten zu einem friedlichen Ende der Geiselkrise geführt. Unklar blieb, ob die Sicherheitskräfte die Entführer festnehmen sollen oder ob sie straffrei ausgehen sollen.

Sie hatten versucht, durch die Geiselnahme die Freilassung von Gesinnungsgenossen zu erzwingen. Einige der Häftlinge sitzen wegen der Beteiligung an Terroranschlägen auf Touristen im Gefängnis, andere wegen eines Angriffs auf eine Polizeistation. Die Menschen im Norden der Sinai-Halbinsel, wo die Armee am Dienstag auf der Suche nach den Geiseln Dörfer durchkämmt hatte, reagierten erleichtert auf die Freilassung.

Die Entführer ließen die Geiseln in Al-Hafn im Süden der Provinzhauptstadt Al-Arisch laufen. Für die Armee war ihr Aufenthaltsort eine Überraschung. Sie hatten begonnen, die weiter östlich an der Grenze zu Israel und dem Gazastreifen gelegenen Dörfer zu durchkämmen.

Die drei Polizisten und vier Soldaten waren am Donnerstag vergangener Woche auf dem Weg von der Grenzstadt Rafah nach Al-Arisch verschleppt worden. Nach der Veröffentlichung einer Video-Aufnahme, in der die Geiseln Mursi bitten, die Forderungen der Entführer zu erfüllen, damit ihnen nichts geschehe, war die islamistische Regierung unter Druck geraten. Mursi erlaubte einen Einsatz der Armee. Die Verlegung der Truppen musste mit Israel abgestimmt werden, da das Grenzgebiet nach dem Friedensabkommen von Camp David eine entmilitarisierte Zone ist.

Seit den Massenprotesten, die im Februar 2011 zum Sturz des Langzeitpräsidenten Husni Mubarak geführt hatten, hat sich die Sicherheitslage auf dem Sinai dramatisch verschlechtert, vor allem im Norden. In der Nacht zum Donnerstag wurde eine Kaserne der Ordnungspolizei in Rafah mit Panzerfäusten beschossen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde keiner der Polizisten verletzt. Die Angreifer konnten unerkannt in die Wüste fliehen.

dpa

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