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Politik Es ist gut, dass heute Fußball gespielt wird
Nachrichten Politik Es ist gut, dass heute Fußball gespielt wird
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10:03 17.11.2015
Quelle: Koch
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Potsdam

„Sport has the power to change the world“, hat Nelson Mandela im Jahr 2000 gesagt, der Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Spätestens 15 Jahre später muss man sich, so traurig das macht, die Frage stellen: Ist das wirklich so? Oder ist es in Wahrheit nicht ganz schön naiv zu glauben, dass der Sport etwas schaffen kann, an dem die Politik regelmäßig scheitert?

Was soll der Sport ausrichten gegen den Verrückten, der 150 Menschen mit einem Flugzeug in den Tod fliegt, wie vor acht Monaten erst geschehen? Wie hätte der Sport das schreckliche Blutbad von Paris verhindern sollen? Der Sport ist macht- und chancenlos, und schlimmer noch: Wieder einmal wurde er von Terroristen missbraucht, denen es nicht reicht, barbarisch, bestialisch und feige zu töten; ihre perversen Gräueltaten zelebrieren sie möglichst öffentlichkeitswirksam, wie zuletzt am Rande des Länderspiels, das in dem Pariser Stadion stattfand, in dem 210 Tage später das größte europäische Fußballfest, die EM, eröffnet werden soll.

Wenn der Sport also schon nicht die Welt verändern kann, eines kann und muss er jetzt mehr denn je: zeigen, dass es auch nicht der Terror ist, der die Welt verändert.

Dass Deutschland das Spiel in Hannover gegen Holland austragen wird, ist das einzig richtige und logische Zeichen an all diejenigen, die Angst und Schrecken verbreiten wollen: Wir knicken nicht ein, wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen. Natürlich wird es keine normale Partie – es wird gespenstisch ruhig sein, niemandem ist nach Fußballfest. Eine Absage wäre dennoch keine Option gewesen, das Signal fatal.

Noch sind nicht alle Karten für das Spiel verkauft. Welch schönes Zeichen wäre es, wenn das Stadion am Ende doch ausverkauft ist, wenn Holländer und Deutsche gemeinsam die Frankreich-Hymne hören, um Arm in Arm ihr Mitgefühl und ihre Solidarität zu zeigen. Diese Kraft des Sports war es, die Mandela meinte.

Von Marco Fenske

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