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06:15 25.09.2017
Wieder im Bundestag: FDP-Chef Christian Lindner. Quelle: dpa
Berlin

Reinhardtstraße, Berlin Mitte: Um Punkt 18 Uhr kocht die Stimmung in der FDP-Parteizentrale über. Mit der ersten Prognose sind die letzten Zweifel verflogen: Vier Jahre außerparlamentarische Opposition haben ein Ende. Die Liberalen sind zurück. Mit mehr als 10 Prozent der Stimmen kann die FDP ihr Ergebnis mehr als verdoppeln.

Um 18.39 Uhr tritt Parteichef Christian Lindner vor etwa 1500 Anhänger. Auf ihn war der Wahlkampf zugeschnitten. „Aus unserer neuen Chance erwächst eine neue Verantwortung. Und wir stellen uns dieser Verantwortung“, sagt Lindner. Er will den Einstieg in eine Jamaika-Koalition mit Union und Grünen allerdings von Inhalten abhängig machen. „Wir sind nicht zum Regieren verdammt, aber wir sind natürlich bereit, politische Verantwortung zu übernehmen“, sagte Lindner am Sonntagabend in der „Berliner Runde“ von ARD und ZDF. Es gehe darum, einen Beitrag zur Stabilität in aufgeregten Zeiten zu leisten. Aber: Man werde nicht zulassen, dass die SPD allein darüber entscheide, wer in die Regierung gezwungen werde. „Das muss man von Inhalten abhängig machen.“

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer spricht von einem „grandiosen Comeback der Freien Demokraten“. Alle anderen im bisherigen Bundestag vertretenen Parteien seien vom Wähler abgestraft worden. Die Große Koalition habe weder Köpfe noch Herzen der Menschen erreicht. „Sie hat eine Politik gemacht, die an den tatsächlichen Sorgen und Bedürfnissen der Menschen in diesem Land vorbeigegangen ist“, sagt Beer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Parteivize Wolfgang Kubicki wirkt nachdenklich. Er freue sich zwar. Ihm mache aber das Abschneiden der AfD Sorgen. Den Sozialdemokraten wirft er angesichts von deren Ankündigung, in die Opposition zu gehen, vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Dennoch zeigt sich Kubicki gesprächsbereit. „In Schleswig-Holstein funktioniert die Koalition aus CDU, FDP und Grünen ausgezeichnet“, erklärt er mit Blick auf eine mögliche Jamaika-Koalition. Parteichef Lindner will offenbar nicht Minister einer Jamaika-Koalition werden. Wieam Sonntagabend zu erfahren war, will Kubicki den Parteichef als Fraktionsvorsitzenden vorschlagen.

Von Jörg Köpke

Große Koalition oder doch ein Jamaika-Bündnis – beides ist möglich. Das vorläufige amtliche Endergebnis zeigt aber: Merkel kann nicht einfach weiterregieren. Die Union büßt stark ein, die SPD schafft knapp die 20 Prozent. Die Alternative für Deutschland ist drittstärkste Kraft im 19. Bundestag.

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