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Politik Fahndung nach Amri-Anschlag startete zu spät
Nachrichten Politik Fahndung nach Amri-Anschlag startete zu spät
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19:03 15.09.2017
Der Attentäter Anis Amri konnte ungehindert aus Berlin flüchten. Quelle: dpa
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Berlin

Sowohl RBB als auch der Berliner Morgenpost liegt nach eigener Darstellung das 120 Seiten starke Dokument einer polizeiinternen „Nachbereitungskommission“ vor. Aus diesem soll hervorgehen, dass es seitens der Sicherheitskräfte zu schweren Versäumnissen in den Stunden nach der Attacke kam.

Die bei Terroranschlägen vorgesehene Fahndung („Maßnahme 300“) sei erst nach über drei Stunden eingeleitet worden, zitieren die Medien aus dem Bericht. Bis zu diesen Zeitpunkt hätten die Beamten weder die Umgebung am Breitscheitplatz abgesucht, noch seien Straßen und Bahnstrecken als Fluchtwege kontrolliert worden.

Der Attentäter Anis Amri konnte ungehindert aus Berlin flüchten und wurde erst einige Tage später in Norditalien von der Polizei erschossen. Er hatte einen Lastwagen entführt und ihn am 19. Dezember in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Insgesamt starben zwölf Menschen, fast 70 wurden verletzt.

„Mit der Nachbereitungskommission wollten wir eine schonungslose Analyse der Abläufe vornehmen und Schwachstellen aufzeigen“, sagte der Sprecher des Innensenats, Martin Pallgen, am Freitag. „Wenn Fehler passiert sind, ist es richtig und wichtig, darüber zu sprechen“.

Von dpa/RND

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