Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlingsansturm auf dem Balkan mit immer neuen Rekorden

Migration Flüchtlingsansturm auf dem Balkan mit immer neuen Rekorden

Die Lage der Flüchtlinge auf der Balkanroute wird immer dramatischer. In ihrer Verzweiflung versuchen immer wieder Menschen, die Grenzsperren zu überrennen. Zugleich wird erstmals laut über Zäune wie in Ungarn nachgedacht.

Voriger Artikel
Hollande stellt Athen Senkung der Schuldenlast in Aussicht
Nächster Artikel
De Maizière: Abschiebungen werden verstärkt

Im mazedonischen Gevgelija drängen Flüchtlingen in einen Zug zur serbischen Grenze.

Quelle: Georgi Licovski

Ljubljana/Zagreb. Die Zahl der Flüchtlinge auf der Balkanroute hat wieder einen Rekord erreicht. Nachdem Slowenien am Vortag einen Höchststand von 12 000 Flüchtlingen an einem Tag gemeldet hatte, kletterte die Zahl am Freitag über 14 000, wie die Behörden mitteilten.

Am österreichischen Grenzübergang Spielfeld geriet die Lage vorübergehend außer Kontrolle. Dort durchbrachen mehr als 1000 Flüchtlinge am Mittag die Absperrung und machten sich auf eigene Faust auf den Weg in Richtung Norden - nach Deutschland. Am Vormittag war der Eisenbahnverkehr hier unterbrochen worden, nachdem Hunderte Flüchtlinge auf den Schienen entlangmarschiert waren.

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-151022-99-04967_large_4_3.jpg

Am österreichischen Grenzübergang Spielfeld warten 2500 Flüchtlinge auf ihre Weiterreise nach Deutschland.

Zur Bildergalerie

Während Slowenien und Nachbar Kroatien ihre gegenseitigen Vorwürfe verschärften, denken führende Politiker in Ljubljana wie Regierungschef Miro Cerar oder Außenminister Karl Erjavec erstmals laut über Grenzzäune nach. "Die Offiziellen haben vorsichtig wissen lassen, dass Grenzzäune eine Möglichkeit zur Kontrolle des Migrationsflusses ins Land ist", schrieb die slowenische Agentur STA.

Auch der österreichische Außenminister Sebastian Kurz sagte im öffentlich-rechtlichen österreichischen Rundfunksender Ö1, Zäune könnten zum wirkungsvollen Schutz der Grenzen beitragen. Er verwies auf entsprechende Erfahrungen an der bulgarisch-türkischen und spanischen Grenze. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner erntete mit ihrer Aussage über den Bau einer "Festung Europa" im eigenen Land viel Kritik.

Serbien und Kroatien, die sich in der Flüchtlingskrise seit Wochen gegenseitig Vorhaltungen machen, haben erstmals eine Abmachung über den gemeinsamen Transport der Menschen erzielt, die vor allem aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, Pakistan und dem Irak über die Türkei und den Balkan in Richtung Österreich und Deutschland kommen. Kroatische Züge sollen in der serbischen Grenzstadt Sid Flüchtlinge aufnehmen und in die kroatische Stadt Slavonski Brod bringen, wie die Innenminister beider Länder am Freitag vereinbarten.

Dort hat Kroatien ein Winterquartier eingerichtet. Bisher waren die Flüchtlinge nach dem teils gewaltsamen Grenzübertritt von Serbien nach Kroatien in das Zeltlager Opatovac gebracht worden. Das war jedoch regelmäßig mit mehr als 3500 Flüchtlingen überfüllt. Serbiens Innenminister Nebojsa Stefanovic lobte die Abmachung mit den Worten: "Die Migranten kommen und gehen, aber die Nachbarn bleiben."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-161203-99-408078_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Real macht Barças Siegträume in 90. Minute zunichte

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?