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Flüchtlingskrise: CDU will Wehrpflicht zurück

Notmaßnahme in Krisenzeiten Flüchtlingskrise: CDU will Wehrpflicht zurück

Offiziell ist noch nichts, doch hinter den Kulissen wird schon eifrig über eine mögliche Rückkehr der Wehrpflicht diskutiert. Für die CDU ist es angesichts der drohenden humanitären Flüchtlingskatastrophe eine reine Notmaßnahme, die Bundesfamilienministerin der SPD schlägt dagegen Alternativen vor.

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Die CDU fordert wegen der Flüchtlingskrise eine einjährige Dienstpflicht für Jugendliche.

Quelle: dpa

Berlin. Führende CDU-Politiker fordern mit Blick auf die Flüchtlingskrise die Einführung eines einjährigen Pflichtjahres für Jugendliche. „Wir brauchen die Dienstpflicht. Anders werden wir den Zufluss an Flüchtlingen und deren Integration nicht bewältigen“, sagte Eckhardt Rehberg (CDU), haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, gegenüber der MAZ. „Alle, die heute noch sagen, das geht nicht, werden spätestens in einem halben Jahr anders darüber denken“, erklärte Rehberg. Die Belastungsgrenze für die meisten Helfer sei längst überschritten. Jungen und Mädchen sollten nach der Schule vor die Wahl gestellt werden, entweder ein Jahr zur Bundeswehr zu gehen oder ein soziales Jahr abzuleisten. Das würde in vielen gesellschaftlichen Bereichen Entspannung bringen.

Dienstpflicht könnte die Bundeswehr personell stärken

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundesrat, schloss sich der Forderung Rehbergs an. Eine allgemeine Dienstpflicht werde dabei helfen, auch der Bundeswehr den nötigen Nachwuchs zu verschaffen, so der CDU-Politiker gegenüber der MAZ. Dies sei keine Wiedereinführung der Wehrpflicht durch die Hintertür, sondern eine reine Notmaßnahme angesichts der drohenden humanitären Flüchtlingskatastrophe und der wachsenden Verpflichtungen der Bundeswehr im In- und Ausland.

Die ursprüngliche Wehrpflicht wurde 2011 abgeschafft

Die ursprüngliche Wehrpflicht wurde 2011 abgeschafft.

Quelle: dpa

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sprach sich dagegen aus. „Wir brauchen keinen neuen Pflichtdienst, sondern mehr Stellen für Freiwillige“, sagte die Ministerin der MAZ. Die Bundesregierung werde 10.000 zusätzliche Stellen im Bundesfreiwilligendienst schaffen, um diese in der Flüchtlingshilfe einzusetzen. „Wenn die Union mehr Stellen will, sollten wir auch den Jugendfreiwilligendienst aufstocken“, erklärte Schwesig weiter.

760.008 Flüchtlinge bislang 2015 registriert

Dem offiziellen Lagebericht der Innenminister zufolge haben die Behörden von Jahresanfang bis Montag um 8 Uhr nach Informationen der MAZ bundesweit bereits 760.008 Flüchtlinge registriert. Bisher hält die Bundesregierung offiziell daran fest, dass in diesem Jahr insgesamt 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen würden, die SPD rechnet mit einer Million.

Pflichtdienst

Angesichts der Flüchtlingskrise will die CDU die Wehrpflicht wieder einführen. Richtig so?

Von Jörg Köpke

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