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Flüchtlingswanderung ohne Ende

Migration Flüchtlingswanderung ohne Ende

Die Flucht vor Krieg und Elend wird für sie zur Odyssee. Die Migranten will entlang der Balkanroute niemand haben. Man schiebt sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

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Ohne den Bürgerkrieg in ihrem Land wären sie jetzt nicht in Kroatien: Ein Ehepaar aus Syrien wartet in Tovarnik auf ihre Weiterreise.

Quelle: Marijan Murat

Wien/Budapest/Zagreb/Ljubljana. Die beschwerliche Wanderung der Flüchtlinge in die Mitte Europas nimmt kein Ende. Am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Nickelsdorf saßen 7000 Migranten fest, weil die Einsatzkräfte Mühe hatten, sie mit Bussen und Zügen weiterzutransportieren.

"Es ist  schwierig, genügend Unterkünfte zu finden", sagte ein Polizeisprecher vor Ort. Die gestrandeten Menschen kamen meist zu Fuß über die Grenze aus Ungarn. Das Donauland bringt seit Freitag jene Flüchtlinge mit Bussen und Zügen in die Nähe der österreichischen Grenze, die es von Kroatien übernimmt. Nach ungarischen Polizei- und Medienangaben sind auf diese Weise bislang 16 000 Flüchtlinge von Kroatien nach Ungarn gekommen.

Die Migranten weichen auf dem Weg in den Westen über Kroatien aus, seitdem Ungarn am vergangenen Dienstag seine Grenze zu Serbien für sie nahezu hermetisch geschlossen hat. Ein Stacheldrahtzaun an der 175 Kilometer langen Grenze und verschärfte Krisenfallgesetze halten die Flüchtlinge von dort ab.

Der rechtskonservative ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte zuletzt angekündigt, nun auch an einem 40 Kilometer langen Abschnitt der Grenze zu Kroatien eine Sperranlage zu bauen. Diese hätte am Samstag fertig sein sollen, doch Medienberichten zufolge war dies nicht der Fall. Die ungarisch-kroatische Grenze ist 355 Kilometer lang. Ungarn mobilisierte 500 Reservesoldaten, um den Grenzschutz zu verstärken.

Weniger Menschen versuchen, von Kroatien über das Schengenland Slowenien nach Österreich zu gelangen. Hunderte steckten am Grenzübergang Obrezje fest, wie Augenzeugen berichteten. Andere wurden ins Land gelassen und in Flüchtlingslager gebracht. Slowenien registrierte bisher 1500 Flüchtlinge, sagte Innenstaatssekretär Bostjan Sefic vor der Presse in Ljubljana.

Während die Flüchtlinge von Land zu Land wandern, schieben sich die Politiker der Region gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Dabei schrecken sie auch vor schrillen Tönen nicht zurück. Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner drohte am Samstag, dass Wien jene Flüchtlinge, die nach der Durchreise durch Kroatien oder Slowenien erst in Österreich um Asyl bitten, alle dorthin zurückgeschickt würden. "Das ist keine Schutzsuche mehr, sondern Asyl-Optimierung", fügte die konservative Politikerin hinzu.

Diplomatische Eiszeit herrscht derzeit zwischen Ungarn und Kroatien. Der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic brüstete sich am Samstag in der von Flüchtlingen überlaufenen ostkroatischen Kleinstadt Beli Manastir damit, dass er dem EU-Nachbarn Ungarn die Flüchtlinge "aufgezwungen" habe. "Wir bringen sie einfach da hin", sagte er. Laut kroatischem Innenministerium kamen bis Sonntag 25 000 Flüchtlinge nach Kroatien.

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto hatte Milanovic zuvor als "kläglich" bezeichnet, weil sein Land den Flüchtlingsandrang nicht bewältigte. Nach den jüngsten Äußerungen des kroatischen Regierungschefs sagte Szijjarto: "Die Kroaten lügen die Menschen in Ungarn und in Europa an."

dpa

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