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Forscher: Neue Kriege in der Türkei und auf den Philippinen

Konflikte Forscher: Neue Kriege in der Türkei und auf den Philippinen

Kaum ein Erdteil, auf dem nicht Krieg geführt wird: In der arabischen Welt und in Afrika finden sich die meisten der aktuell 19 Kriege. Doch in einer Konflikt-Kategorie sind die USA eindeutig Spitzenreiter.

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Nach einer Bombenanschlag der Terrorgruppe Boko Haram in nigerianischen Yola sind Häuser, Autos und die Straße völlig zerstört. Mindestens vier Menschen starben. Fast ein Viertel aller politischen Konflikte weltweit konzentriert sich auf den afrikanischen Kontinent. Ein Brennpunkt ist Nigeria.

Quelle: dpa

Heidelberg. Heidelberger Friedensforscher werten den eskalierten Kurdenkonflikt in der Türkei als neuen Krieg. Das teilte das Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) mit. Insgesamt sei die Zahl der Kriege weltweit im vergangenen Jahr konstant bei 19 geblieben.

Das HIKK zählte 409 Konflikte 2015. 223 Auseinandersetzungen wurden mit Waffengewalt ausgetragen, wie aus dem vorgestellten Konfliktbarometer 2015 hervorgeht.

Fast ein Viertel aller politischen Konflikte konzentriere sich auf den afrikanischen Kontinent in der Region südlich der Sahara. Ein Brennpunkt ist dem Bericht zufolge Nigeria. Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram schlage deutlich häufiger auch in Nachbarländern Nigerias zu. Mindestens 12 000 Menschen seien im vergangenen Jahr in dem Konflikt getötet worden, 2,4 Millionen Menschen seien vertrieben worden.

Die Heidelberger Forscher berichteten von drei neuen Kriegen: In der Türkei sei der Konflikt mit der kurdischen PKK nach zweijähriger Waffenruhe wieder entbrannt. Auf den Philippinen brachen Kämpfe zwischen dem Militär und Rebellen aus. Im Südsudan eskalierten Auseinandersetzungen über die Verteilung von Land und Vieh.

2015 gab es nach HIIK-Angaben 75 zwischenstaatliche Konflikte, die sich überwiegend auf einem nicht-gewaltsamen Niveau befanden. Die Länder, die sich im vergangenen Jahr am häufigsten an solchen zwischenstaatlichen Konflikten beteiligten, waren demnach die USA mit zwölf, Russland mit acht und die Türkei mit sechs Fällen.

Das Institut ist als Verein an der Universität Heidelberg angesiedelt und erforscht seit 1990 inner- und zwischenstaatliche politische Konflikte weltweit. Das Konfliktbarometer erscheint jährlich.

dpa

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