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Frankreich hält an Räumung von Flüchtlingslager in Calais fest

Migration Frankreich hält an Räumung von Flüchtlingslager in Calais fest

Trotz anhaltenden Widerstands räumt Frankreich weiter Teile des Flüchtlingslagers in Calais. Innenminister Cazeneuve verurteilt die Gewalt von Aktivisten.

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Straßenblockade in Calais: Das "Dschungel" genannte illegale Flüchtlingscamp wird geräumt, die Migranten protestieren. Foto: Laurent Dubrule

Calais. Trotz teilweise gewalttätiger Proteste hält die französische Regierung an den Plänen zur Teilräumung des Flüchtlingslagers in Calais fest. Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte an, die Arbeiten würden "in Ruhe und mit System" fortgesetzt.

Die Arbeiter setzten trotz Widerstands der Betroffenen die Räumung in der nordfranzösischen Stadt erneut unter starkem Polizeischutz fort. Nach Auseinandersetzungen am ersten Tag war es in der Nacht nach Angaben der Präfektur weitgehend ruhiggeblieben. Die Regionalzeitung "La Voix du Nord" berichtete, dass am Dienstag erneut eine Hütte gebrannt habe, zwei Migranten seien festgenommen worden.

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Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm Aktivisten fest.

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Am Montag war es nach zunächst ruhigem Beginn an einigen Stellen zu Auseinandersetzungen zwischen Migranten, Aktivisten und Polizeieinheiten gekommen. Protestierende hatten mehrere provisorische Bauten und Zelte angezündet. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm Aktivisten fest. Auseinandersetzungen gab es auch, als eine Gruppe von Migranten eine Straße blockierte und Fahrzeuge bewarf.

Cazeneuve verurteilte die Ausschreitungen, für die er das Netzwerk "No Borders" verantwortlich machte. "Der Aktivismus einer Handvoll extremistischer und gewalttätiger Aktivisten von No Borders wird daran nichts ändern; diese Operation wird in den kommenden Tagen mit Ruhe und Methode fortgesetzt, indem wir jedem einen Platz anbieten", erklärte er.

Elf Polizisten seien durch Wurfgeschosse leicht verletzt, drei Protestierer festgenommen worden. Zwei von ihnen waren am Dienstag noch in Polizeigewahrsam, dabei handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um eine Deutsche und einen Briten. Ihnen werde Brandstiftung vorgeworfen, berichtete die französische Agentur AFP.

Die Präfektur in Calais geht davon aus, dass sich die Räumung längere Zeit hinzieht. Die Migranten sollen entweder in einem Containerlager in Calais oder in einem von gut 100 Aufnahme- und Orientierungszentren in anderen Regionen untergebracht werden.

Betroffen sind nach offiziellen Angaben bis zu 1000 Flüchtlinge, die bisher im südlichen Teil des als "Dschungel von Calais" bekannten Lagers lebten. Hilfsorganisationen gehen aber davon aus, dass sich in dem betroffenen Bereich 3450 Menschen aufhalten.

In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen, viele wollen deshalb kein Asyl in Frankreich beantragen. Nach Behördenangaben halten sich derzeit knapp 4000 Migranten dort auf. Sie leben unter teils Slum-ähnlichen Bedingungen.

dpa

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