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Politik Gauland beschäftigte Ex-Neonazi-Kader im Bundestag
Nachrichten Politik Gauland beschäftigte Ex-Neonazi-Kader im Bundestag
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12:31 09.04.2018
Nicht wählerisch bei der Mitarbeiterauswahl: AfD-Fraktionschef Alexander Gauland beschäftigte einen ehemaligen Neonazi-Kader in seinem Bundestagsbüro. Quelle: imago
Berlin

Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bestätigte Gauland, dass Felix W. zwischen Oktober 2017 und Ende Januar 2018 Mitarbeiter seines Bundestagsbüros war. Zuerst hatte der „Tagesspiegel“ von dem Fall berichtet.

Er habe nicht gewusst, dass W. als Jugendlicher zur HDJ gehört habe, sagte Gauland der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er frage seine Mitarbeiter nicht, was sie im jugendlichen Alter gemacht haben. Das Ausscheiden von W. habe nichts mit dessen politischen Aktivitäten in der Vergangenheit zu tun, sondern damit, dass dieser eine andere Stelle angetreten habe.

Die „Heimattreue Deutsche Jugend“ galt als stramm neonazistische Organisation. Der Verein, der rund 400 Mitglieder hatte, war 2009 vom Bundesinnenminister verboten worden. Er organisierte Zeltlager für Kinder und Jugendliche inklusive paramilitärischer Ausbildung und ideologischer Schulung. Als Vorgängerorganisation gilt die 1994 ebenfalls verbotene rechtsextreme „Wiking-Jugend“. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ war W. 2003 bei der HDJ zum Leiter der Abteilung HALT – „Heimattreue Ausrüstung und Lagertechnik“ – ernannt worden.

Vor seiner Beschäftigung im Bundestag war Felix W. demnach bereits verkehrs- und europapolitischer Referent in der Brandenburger AfD-Fraktion, die Gauland bis zum Einzug der AfD in den Bundestag geleitet hatte. W. habe sich 2004 im Alter von 19 Jahren von der HDJ getrennt, hieß es. Er hieß damals noch Felix N., nahm aber später den Nachnamen seiner Frau an.

Auch Gaulands Nachfolger als Fraktionsvorsitzender der AfD im Brandenburger Landtag, Andreas Kalbitz, soll laut Medienberichten Kontakte zur HDJ gehabt haben. Kalbitz soll an einem Pfingstlager der HDJ im Jahre 2007 teilgenommen haben. Laut „Tagesspiegel“ steht die HDJ auf einer sogenannten Unvereinbarkeitsliste der Partei für eine AfD-Mitgliedschaft.

Von RND/epd