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Gewalt in Nahost geht weiter

Konflikte Gewalt in Nahost geht weiter

Die Serie von blutigen Angriffen auf Israelis reißt nicht ab. Die Attentäter schlagen einzeln und unerwartet zu. Eine Anweisung von Regierungschef Netanjahu provoziert die arabischen Parlamentarier.

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Auch in Ramallah im Westjordanland gab es gewaltsame Auseinandersetzungen. Foto: Atef Safadi

Tel Aviv/Jerusalem. Palästinensische Attentäter haben am Donnerstag bei vier separaten Zwischenfällen Israelis mit Stichwaffen angegriffen und verletzt. Im Zentrum von Tel Aviv stürzte sich ein Palästinenser mit einem Schraubenzieher auf eine Soldatin und versuchte, ihr die Waffe zu entreißen.

Andere Soldaten griffen ein und erschossen ihn, wie die Polizei bestätigte. Die Soldatin und drei weitere Uniformierte erlitten bei dem Vorfall in unmittelbarer Nähe des israelischen Armeekommandos leichte Verletzungen.

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Anspannung in Jerusalem: Ein jüdischer Mann trägt seine Waffe offen. Foto: Jim Hollander

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Wenige Stunden zuvor hatte ein palästinensischer Jugendlicher im Zentrum von Jerusalem einen Israeli mit Messerstichen schwer verletzt. Der 19-Jährige sei anschließend von Sicherheitskräften festgenommen worden, bestätigte die Polizei. Ein weiterer Israeli erlitt bei dem Angriff vor der Zentrale der israelischen Polizei leichte Verletzungen, als er den Attentäter überwältigte.

Ein weiterer Attentäter stach am Rande der Siedlung Kiriat Arba nahe Hebron mit einem Messer auf einen Israeli ein. Der Mann wurde schwer verletzt. Der Angreifer konnte entkommen. Die israelischen Streitkräfte leiteten die Suche nach ihm ein. In den Abendstunden verletzte ein Palästinenser in der nordisraelischen Stadt Afula zwei Israelis mit einem Messer. Der Attentäter wurde von Passanten überwältigt und festgenommen.

Israelische Sicherheitskräfte erschossen am Abend zudem einen 20-jährigen Palästinenser, als sie in das Flüchtlingslager Schoafat bei Jerusalem eindrangen. Die Razzia galt der Wohnstätte des 19-Jährigen, der am selben Tag in Jerusalem ein Messerattentat verübt hatte. Lagerbewohner hatten sich den Sicherheitskräften mit Gewalt in den Weg gestellt.

Die Angriffe reihen sich ein in eine neue Welle der Gewalt gegen Israel und dessen Besatzung in den palästinensischen Gebieten. Dabei kamen nach den neuerlichen Angriffen binnen acht Tagen vier Israelis ums Leben. Sieben Palästinenser wurden erschossen.  

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach davon, dass sich sein Land auf dem "Höhepunkt einer Terrorwelle" befinde. Um die Lage zu beruhigen, wies er die Polizei an, israelische Regierungsmitglieder und Parlamentsabgeordnete daran zu hindern, den Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem zu betreten.

Die Stätte ist Juden wie Muslimen gleichermaßen heilig. Am Fuß befindet sich die Klagemauer, der Überrest des zweiten jüdischen Tempels, an der die Juden beten. Auf dem Plateau stehen die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom, ein Ort, der in der Regel den Muslimen vorbehalten ist.   

Gewalttätige Auseinandersetzungen um den Tempelberg gelten mit als Auslöser der jüngsten Angriffe. Diese hatten sich verschärft, nachdem der rechtsgerichtete Landwirtschaftsminister Uri Ariel demonstrativ das Plateau besucht hatte.

Während der darauffolgenden jüdischen Feiertage erhielten zahlreiche Juden die Erlaubnis, das Plateau zu besuchen. Palästinensische Jugendliche bewarfen sie immer wieder mit Steinen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei.

Netanjahus nunmehriges Besuchsverbot für Politiker gilt auch für die arabischen Parlamentsabgeordneten, die muslimischen Glaubens sind. Einige von ihnen kündigten zunächst an, an diesem Freitag mit großem Gefolge auf dem Plateau des Tempelbergs erscheinen zu wollen, um dort das Freitagsgebet zu absolvieren.

Am Donnerstagabend gab jedoch die Fraktion der Vereinigten Arabischen Liste bekannt, dass der Besuch verschoben worden sei, berichtete der israelische Rundfunk. Man wolle die Lage beruhigen, hieß es.

dpa

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