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Grenzkontrollen: Lange Staus und Erfolge gegen Schleuser

Migration Grenzkontrollen: Lange Staus und Erfolge gegen Schleuser

Die deutschen Grenzen werden wieder von Bundespolizisten kontrolliert. Die Beamten greifen dabei Flüchtlinge sowie Schleuser auf. Reisende müssen sich auf weitere Verzögerungen einstellen.

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"Germany" lautet unter vielen Flüchtlingen das Zauberwort. Foto: Szilard Koszticsak

München. Nach der Wiedereinführung der Grenzkontrollen ist der Verkehr auf den Autobahnen in Süddeutschland zum Teil zum Erliegen gekommen. Die Polizei griff sowohl Flüchtlinge als auch Schleuser auf.

Am Münchner Hauptbahnhof entspannte sich die Lage dagegen. Reisende müssen auch in den nächsten Tagen noch mit Verzögerungen rechnen.

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Ein Polizist steht auf dem Standstreifen der A8 nahe dem bayerischen Bad Reichenhall. Die Polizei gab an, die Straße um eine Spur verengt zu haben, um die Kontrollen durchzuführen. Foto: Andreas Gebert

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In dem bayerischen Grenzort Freilassing wurden in Zügen aus Österreich rund 500 Migranten registriert. Personen ohne die notwendigen Dokumente müssten den Zug verlassen, sagte Bundespolizeisprecher Matthias Knott. "Sie werden hier erstregistriert und zur Dienststelle gebracht." Anschließend sollten die Menschen innerhalb Bayerns und auf andere Bundesländer verteilt werden, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Insgesamt ist nach Angaben des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam eine hohe dreistellige bis niedrige vierstellige Zahl von Bundespolizisten an den deutschen Grenzen im Einsatz. Die exakte Anzahl wurde aus einsatztaktischen Gründen nicht genannt.

Die Koordinatorin des ehrenamtlichen Engagements, Marina Lessig, berichtete, es gebe "Hotspots", an denen unregistrierte Geflüchtete im Freien kampieren, die andere Unterkünfte nicht in Anspruch nehmen wollen. Die Ehrenamtlichen versuchten, sie mit dem Notwendigen zu versorgen. In der Nacht seien zwei solcher Punkte mit etwa 120 Menschen versorgt worden.

Autofahrer mussten sich wegen der Kontrollen vor allem an der deutsch-österreichischen Grenze in Geduld üben. Auf der A3 staute sich der Verkehr am Mittag bis Pocking bei Passau auf 20 Kilometern. Das bayerische Verkehrslagezentrum rechnete mit einer Verzögerung von mehr als eineinhalb Stunden. Auf der Autobahn 8 bei Bad Reichenhall war der Stau 3 Kilometer lang.

Auch an Dutzenden anderen ehemaligen Grenzübergängen an Land- und Bundesstraßen in Bayern gebe es Stichproben, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Außerdem seien vermehrt Polizeistreifen unterwegs.

Die Grenzkontrollen führten auch zu Festnahmen. Auf der A3 bei Passau griff die Polizei bis zum Nachmittag 31 Schleuser auf. Zunächst waren sämtliche Fahrzeuge auf einem Parkplatz bei Passau überprüft worden, am Nachmittag nur noch verdächtige. Daraufhin entspannte sich die Verkehrslage auf der A3 ein wenig.

Bis auf weiteres wird es vor allem auf den Autobahnen von Österreich nach Deutschland zu weiteren Verzögerungen kommen. Die Kontrollen werden nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) noch mindestens mehrere Wochen andauern. Dies sei notwendig, weil viele Menschen unterwegs seien, die nicht wirklich Flüchtlinge seien, sagte Herrmann am Montag dem Bayerischen Rundfunk. "Da hat es sich in den letzten Tagen herumgesprochen, dass es erfolgreich ist, wenn jeder behauptet, Syrer zu sein."

Der Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland lief nach Angaben der Deutschen Bahn am Montagmorgen wieder weitgehend normal. Die am Sonntag um 17.00 Uhr verhängte Sperre war wie geplant um 7.00 Uhr aufgehoben worden. Nur die Strecke von Salzburg nach München war zunächst noch eine Weile weiter gesperrt - wegen Menschen auf den Gleisen an der deutsch-österreichischen Grenze.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) schloss weitere Einschränkungen im Zugverkehr nicht aus. "Man kann heute noch nicht sagen, dass es die letzte Maßnahme war, die man ergreifen musste."

dpa

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