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Politik GroKo-Verhandler streiten weiter: Darum geht es
Nachrichten Politik GroKo-Verhandler streiten weiter: Darum geht es
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07:30 07.02.2018
Die Verhandler unterhalten sich während den GroKo-Koalitionsverhandlungen im Konrad-Adenauer-Haus. Unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion und Horst Seehofer, Vorsitzender der CSU. Quelle: dpa
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Berlin

CDU, CSU und SPD haben bis in den Mittwochmorgen hinein um Details und Ressortzuschnitte einer künftigen großen Koalition gerungen. Trotz einiger Annäherungen blieben die Gesundheits- und die Arbeitsmarktpolitik die zentralen Streitpunkte. Dazu wurde auch um die Ressortverteilung unter den möglichen künftigen Koalitionären gefeilscht.

Die drei Parteien wollten vor Weiberfastnacht an diesem Donnerstag den Koalitionsvertrag stehen haben. Am Mittwochmorgen wurde aber auch nicht völlig ausgeschlossen, dass die Verhandlungen noch scheitern könnten.

Die Führung der Sozialdemokraten will vor allem mit Erfolgen in der Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik bei ihrer Basis für ein Ja zum Koalitionsvertrag werben. Über einen neuen Koalitionsvertrag zwischen den drei Parteien könnten dann 463.723 Sozialdemokraten entscheiden. Die SPD gewann seit Jahresbeginn und vor der mit Spannung erwarteten Abstimmung ihrer Basis 24.339 Neumitglieder. Das Ergebnis des Mitgliedervotums könnte bereits am Wochenende 3./4. März bekannt gegeben werden.

Schulz: „Tag der Entscheidung“

Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen der Koalitionsverhandlungen gab es in der Gesundheitspolitik weitere Annäherungen.

Die SPD will weg von der „Zwei-Klassen-Medizin“ von privat und gesetzlich Versicherten und hat dafür unter anderem eine Angleichung der Ärztehonorare für beide Versicherungsgruppen oder eine Öffnung der gesetzlichen Krankenversicherung für Beamte im Auge. Bei der Arbeitsmarktpolitik ging es vor allem um eine deutliche Einschränkung befristeter Arbeitsverhältnisse.

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Trotz der anhaltenden Differenzen betonten alle Seiten ihren festen Willen, die Gespräche spätestens am Mittwochmorgen abzuschließen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte Kompromissbereitschaft an: „Jeder von uns wird schmerzhafte Kompromisse noch machen müssen.“ SPD-Chef Martin Schulz sprach vom „Tag der Entscheidung“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt betonte: „Eingraben geht jetzt nicht mehr. Die Stunde der Wahrheit naht.“

Auch andere Streitpunkte weiter offen

In der Außenpolitik ging es um Rüstungsexporte sowie die Ausgaben für die Bundeswehr und die Entwicklungshilfe. Die Union will sich bei den Verteidigungsausgaben dem Nato-Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nähern (derzeit 1,2 Prozent). Für die SPD hat dagegen Priorität, 0,7 Prozent in die Entwicklungshilfe zu stecken (2016: 0,52 Prozent).

Nach einem Entwurf für den Koalitionsvertrag waren auch noch andere Punkte in der Endphase der Verhandlungen strittig. Dabei ging es unter anderem darum, ob Unternehmen Abstriche bei den Arbeitszeitregeln erlaubt werden sollen, wenn sie tarifvertraglichen Bestimmungen unterliegen.

Die Verhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD sollten eigentlich schon am Sonntag abgeschlossen werden, mussten dann aber zwei Mal verlängert werden.

„Wenig Zukunft und viel Vergangenheit“

Kritik an den bisher bekannt gewordenen Verhandlungsergebnissen kam von den Grünen. Ihr Vorsitzender Robert Habeck kritisierte in der Mediengruppe „Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung“ (Mittwoch), Union und SPD wollten im wesentlichen die Politik der vergangenen Jahre fortsetzen, „nur nehmen sie ein bisschen mehr Geld in die Hand“. Das reiche einfach nicht.

Mittelstandspräsident Mario Ohoven kritisierte: „Schwarz-Rot hat sich mit viel Geld den Koalitionsfrieden erkauft. Damit folgt auf den wirtschaftspolitischen Stillstand der letzten Jahre schwarz-roter Rückschritt.“ Der Mittelstand werde kaum entlastet, Deutschland nicht fit für die Zukunft gemacht. „Fazit: Die Abkürzung GroKo steht fürgroße Kosten, wenig Zukunft und viel Vergangenheit.“

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Von RND/dpa

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